Vegan ist Körperverletzung: Kinderernährung

Vegane Ernährung ist extrem, radikal und nährstoffarm. So herrscht noch immer die landläufige Meinung, die auch kräftig unterfüttert wird. Dass diese Aussagen falsch sind und falsch sein müssen, sollte sich jedem, der sich nicht von der Pharma- oder Fleischlobby indoktrinieren lässt, schon deshalb logisch erscheinen, weil sogar die allseits anerkannte Ernährungspyramide bei einer ausgewogenen Ernährung einen Anteil von 75% vegan für gut erklärt. Sieht man sie sich genauer an, so erkennt man auf den ersten Blick, dass tierliche Produkte nur ganz in der Spitze vorkommen, das bedeutet, sie sollen in Maßen genossen werden. Demgegenüber wird der tägliche Verzehr von pflanzlichen Ölen, Nüssen, Samen, Gemüsen, Hülsenfrüchten und Obst empfohlen. Diese Lebensmittel machen den Hauptanteil der veganen Ernährung aus. Das wird gerne geflissentlich übersehen und Fakten scheren den Durchschnittskonsumenten nicht, weil die eigentlichen Beweggründe, die Pyramide auf den Kopf zu stellen, viel mit Gewohnheit, Tradition und vor allem anhaltender Indoktrination zu tun hat, in die die entsprechenden Industriezweige viel Geld investieren.

Nun können sich die meisten gerade noch dazu durchringen zu sagen, dass Erwachsene tun sollen, was sie wollen, aber bei den Kindern hört sich der Spaß auf, denn die könnten sich schließlich nicht wehren und vegane Eltern würden den armen Hascherln ihre Ernährungsweise aufzwingen. Der Satz an sich ist dubios. Natürlich zwingen vegane Eltern ihren Kindern ihre Ernährungsweise auf. Fleischessende Eltern tun das auch. Ich hätte aber noch nie gehört, dass es jemand sagt. Genauer gesagt zwingen Eltern ihren Kindern immer ihren Lebensstil auf. Sie müssen es auch tun. Schließlich kann man schwer darauf warten, bis die Kinder alt genug sind, bis sie sich selbst entscheiden können. Bis dahin wären sie verhungert. Allgemeiner gesagt, wir können schwer unseren Nachwuchs einfach im luft- und wertefreien Raum stehen lassen und abwarten. Mit jeder Interaktion werden die Werte und Gewohnheiten der Bezugspersonen weitergegeben. Das kann man als aufzwingen bezeichnen, was nicht ganz richtig ist. Zwang ist nur dort notwendig, wo sich jemand widersetzt. Doch Kinder lernen durch Nachahmung und werden sich nicht widersetzen. Das nennt sich landläufig Erziehung. Inwiefern hier Zwang angewendet wird, will ich dahingestellt lassen. Doch ganz gleich, ob ich meine Kinder fleischlich, vegetarisch oder vegan ernähre, ob ich sie katholisch, jüdisch, muslimisch oder buddhistisch erziehe, immer setze ich sie in mein vorgegebenes Wertesystem und sie müssen damit klarkommen.

Schwerwiegender als das Zwangsargument, wiegt ein anderes, das besagt, dass vegane Ernährung bei Kindern Körperverletzung sei. Dabei werden Kinder vorwiegend mit Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Samen, Nüssen und pflanzlichen Ölen ernährt. Was daran schädlich ist, lasse ich einmal dahingestellt. Interessanter ist jedoch, dass damit indirekt gesagt wird, fleischliche Ernährung bei Kindern ist gesund bzw. Kinder von Eltern, die jede Art von tierlichen Produkten konsumieren, werden gesund ernährt. Dann schauen wir uns doch mal die durchschnittliche, ach so gesunde Ernährung an. Besonders beliebt zum Frühstück sind bei Kindern die Semmel, die Extrawurst, die Butter und Nutella. Allesamt Lebensmittel, die viel Zucker, Fett und wenig Nährwerte enthalten. Weiter geht es über den Tag mit Milchschnitten, Fruchtzwergen, Chips & Co. An der Spitze der Hitliste der warmen Mahlzeiten stehen Fischstäbchen, Schnitzel, Burger, Pizza und Pommes. Dazu werden massenhaft Cola, Fanta, Sprite oder Energiedrinks verdrückt. D.h. bei der omnivoren Kinderernährung gibt es im Großen und Ganzen zwei Inhaltsstoffe: Fett und Zucker. Die Folgen sind unübersehbar. Mittlerweile ist jedes dritte Kind zwischen sechs und neun Jahren in europäischen Ländern adipös. Und das sind keineswegs vegane Kinder, sondern solche, die mit der traditionellen Küche kindgerecht ernährt werden. Jedes einzelne dieser Kinder wird also schon in jungen Jahren auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes hin getrimmt.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer seine Kinder mit Gemüse, Obst, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte ernährt, für ausreichend Bewegung sorgt und vielleicht sogar noch Zeit für den Nachwuchs hat, begeht eine Körperverletzung. Wohingegen jene Eltern, die ihre Kinder mit gesättigten Fetten, Transfetten, Zucker und Salz vollstopfen und damit einen großen Beitrag dazu leisten, dass sie übergewichtig werden, mit den entsprechenden Folgen, macht es richtig. Es entspricht ja quasi der Norm, und was in der Norm ist, ist gut. Dabei gibt es mit dieser Art der Ernährung durchweg Verlierer. Nun, ganz stimmt das nicht. Es gibt auch Gewinner, solche, die damit viel Geld verdienen und sich das nicht so leicht wegnehmen lassen. Indem sich die Menschen fleischlich krank fressen, die Tiere unsäglich leiden, fahren manche exorbitante Gewinne ein. Deshalb wird auch weiter der Mythos verbreitet, dass Vegan Körperverletzung ist. Allerdings nur für die, die dann nicht mehr so viel verdienen. Für alle anderen wäre es ein Gewinn.

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