Das Leid der Kälber für die Milch

Tiere in der Tierausnutzungsindustrie haben keine Namen, sondern Nummern, Nummern in Form von gelben Ohrmarken, damit man auf Anhieb weiß, wem das Tier gehört. Damit kann man auch ersehen, aus welchem Land es stammt. Wenn nun Tiertransporter von Österreich bis Spanien verfolgt werden, Tiere auftauchen, deren Ohrmarken österreichischen Betrieben zugeordnet werden können, diese aber vehement bestreiten zu wissen, was mit den Tieren geschieht, dann handelt es sich offenbar um eine ganz besondere Form des Gedächtnisverlustes. Seit Jahrzehnten reiht sich eine Aufdeckung an die nächste, schwerwiegendste Misshandlungen werden dokumentiert, immer mit den gleichen Konsequenzen. Keine. So wie diesen Herbst.

Der kleine Florian, den wir nun einmal so nennen wollen, kam auf einem kleinen Milchbetrieb auf die Welt. Das nur deshalb, weil seine Mutter fortwährend Milch geben soll, was natürlich nur dann geht, wenn sie ein Baby bekommt. Wenn das Baby ein Mädchen ist, ist es noch einigermaßen in Ordnung, denn die kann man großziehen, um sie dann ihrerseits auszubeuten, sie jedes Jahr zwangszuschwängern, ihnen das Baby wegzunehmen, damit der Milchfluss aufrecht bleibt. Ein kurzes Leben voller Leid und Qual, das diese Milchkühe haben. Richtig schlecht ist es, wenn das Baby ein Bub ist, wie im Falle von Florian, denn Florian gibt natürlich keine Milch und setzt auch nicht ordentlich Fleisch an. Deshalb ist er vor allem eines: ein unnützer Esser, quasi ein Schmarotzer, dessen man sich so schnell wie möglich entledigen muss.

Florian kam, wie alle anderen Babys, gleich nach der Geburt von seiner Mutter weg. Er fühlte sich einsam und verlassen, so ganz allein in seinem Kälberiglu, abgespeist mit billigem Milchaustauscher. Doch nicht nur, dass er es nie erleben durfte, wie es ist, mit der Mama zu kuscheln und von ihrer Brust zu trinken, es war ihm auch nicht vergönnt in der vermeintlichen Sicherheit seines Kälberiglus zu bleiben, denn schon kurze Zeit später wurde er herausgezerrt und auf einen Lastwagen verladen, gemeinsam mit vielen anderen Babys, die vor Angst zitterten und nur weglaufen wollten. Florian wollte nicht aufgeladen werden. Deshalb versuchte er sich zu befreien, wegzulaufen. Dafür wurde er brutalst geschlagen, ins Gesicht getreten, so dass er letztlich seinen Widerstand aufgab. Völlig unversorgt musste er mit all den anderen viele Stunden auf der Ladefläche des LKWs verbringen. Rundherum war es laut, so schrecklich laut. Sie wurden hin und her, gegeneinander und an die Wände geworfen durch die Fahrtbewegungen. Es war nicht möglich, zur Ruhe zu kommen. Und immer war da diese Angst. Wo brachten sie ihn hin? Was würden sie dort mit ihm machen? Außerdem war es schrecklich kalt. Er wurde zusehends schwächer und als der LKW endlich hielt, war er schon so entkräftet, dass er nicht mehr aufstehen konnte, so dass er herausgeschleift wurde. Kurze Zeit danach verstarb er und wurde einfach auf einen Kadaverhaufen geschmissen.

In den Augen der Tierausnutzungsindustrie war Florian, der eigentlich nicht einmal einen Namen hatte, nichts als lebensunwertes Leben. Sein Tod ein nicht unwillkommener Kollateralschaden. Besser wäre es natürlich gewesen, er wäre gleich nach der Geburt gestorben. Dann hätte man sich den Platz und den Milchaustauscher gespart, aber so war es auch in Ordnung.

Und wozu das ganze Leid, die Qual und die Ausbeutung?

Damit wir die Milch der Mütter trinken können, die eigentlich für die Babies gedacht ist.

Wer verhindern möchte, dass es Millionen von Babies genauso ergeht wie Florian, der hört auf Milch und Milchprodukte zu konsumieren. Es ist höchste Zeit etwas von unserem Speiseplan zu streichen, was für alle Beteiligten schlecht ist, für die Kühe, die Kälber und die menschliche Gesundheit. Niemand braucht Muttermilch, außer dem Baby, für das sie gedacht ist.

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