Ich träume

Ich träume von einer Welt, in der wir alle Lebewesen annehmen, in ihrem Eigen-sein, die Menschen, die Tiere und die Erde, als unser aller Lebensgrundlage, annehmen und sein lassen, jeden an seinem Ort und nach seiner Art. Es ist nur zu wenig Platz, wenn einzelne zu viel beanspruchen und wenn wir einander nicht verstehen. Das Verstehen ist es, das den Ort weiter macht, denn ich kann näher an Dich heranrücken, wenn wir einander mit Respekt und Achtung begegnen, denn wir können einander vertrauen. Jeder in seiner Individualität, da die Vielfalt als Bereicherung erlebt wird.

Ich träume von einer Welt, in der wir wieder gelernt haben, dass Körper und Geist, Kultur und Natur, Himmel und Erde in inniger Verbundenheit miteinander stehen, so dass wir die Gaben der Erde achtsam nutzen, so dass sie die Chance hat, sich zu regenerieren, in der wir unseren Körper als unsere Kraftquelle sehen, der zu uns spricht und uns sagt, was wir brauchen, so dass wir auf ihn hören und uns in den anderen hineinfühlen und -denken können.

Ich träume von einer Welt, in der Kinder und alte Menschen genauso wichtig sind, wie Menschen im arbeitsfähigen Alter, in der wir sie in das Leben nehmen, dort wo es geschieht, so dass wir voneinander lernen können. Von der Unverbrauchtheit und Offenheit der Jugend ebenso, wie von der Erfahrung und Abgeklärtheit des Alters, da wir diese als Bereicherung erfahren.

Ich träume von einer Welt, in der Gärten wieder natürlich sind, so dass sich Bienen und Hummeln, Spinnen und Käfer, Schmetterlinge und Vögel, eifrig darin tummeln, weil sie genügend finden, sich zu ernähren, da wir unser Gemüse anbauen und dazwischen bunte Blumen, weil wir das Brot brauchen, aber auch die Rosen. Und wir das Blühen und Werden, das Knospen und Fruchtbringen, das Verblühen und Niedergehen, wieder als natürlichen Prozess sehen, mit Freude und Neugierde.

Ich träume von einer Welt, in der Arbeit als sinnstiftend erlebt wird, weil wir gelernt haben uns unseres eigenen Verstandes zu bedienen und unsere Hände zu benutzen, in der die Begleitung der Kinder in das Leben und die der Alten aus dem Leben, die häuslichen und sozialen Anstrengungen, genauso viel wert sind wie außerhäusliche Erwerbsarbeit, da es dem Leben dient.

Ich träume von einer Welt, in der es zwar noch Leid und Schmerz, Krankheit und Tod gibt, aber jeder alles daransetzt, dass er weder Leid noch Schmerz, weder Krankheit noch Tod verursacht, sondern sich für das Leben und seine Entwicklung einsetzt.

Ich träume von einer Welt, in der das Wasser in den Flüssen sauber ist, so dass jeder davon trinken kann, in der die Äpfel in buntester Vielfalt an den Bäumen wachsen, so dass man sie direkt vom Baum essen kann, in der wir unsere Lebensmittel mit unseren Mitgeschöpfen teilen, und sie nicht mehr zu Lebensmittel machen, in der die Luft rein ist, so dass unsere Kinder ohne Bedenken draußen spielen können.

Und ich träume von einer Welt, in der ich Dich lieben darf, ohne Dich besitzen zu müssen.

Aus: Tiergeschichten hier ansehen

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