Ihr habt mir mein Kind gestohlen (1)

Mein liebstes Kind!

Ich bin eine Mutter, Deine Mutter, und doch hatte ich nie wirklich Mutter sein dürfen. Ja, ich habe Dich zur Welt gebracht. Es war der schönste Tag meines Lebens. Davor, da stand ich nur im Stall, angekettet, ohne je die Sonne sehen zu dürfen oder mir den Wind um die Nase wehen lassen zu können. Doch dann merkte ich, dass ich bald ein Baby bekommen wurde. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie sehr ich mich gefreut hatte. Es würde zwar nichts an meiner Lage ändern, aber da wäre endlich jemand, den ich umsorgen könnte. Ich wäre nicht mehr alleine.

Dann war es soweit. Du kamst aus meinem Körper. Hilflos lagst Du neben mir und ich begann Dich abzuschlecken. Ich sog Deinen Geruch in mich ein. Es war der schönste auf der ganzen Welt. Ich war so unendlich glücklich. Du und ich, das war von Anfang an etwas ganz Besonderes. Ich sprach Dich an und Du antwortetest Du mir. Unter all den anderen Babies hätte ich Deine Stimme immer herausgehört. Sie war einzigartig, so wie Du. Dann versuchtest Du Dich aufzurichten. Vorsichtig stelltest Du Dich auf die Beine. Es klappte. Du warst zwar noch recht wackelig, aber Du fielst nicht mehr um. Nein, wir würden nicht auf der Weide herumtoben und spielen können, dessen war ich mir sicher. Das hätten die Menschen nicht erlaubt, aber das war nicht mehr so schlimm, so lange wir zusammen waren.

Doch das Glück währte nur kurz, denn sie kamen, um Dich zu holen. Ich fühlte mich wie vor den Kopf geschlagen. Als erst sorgten die Menschen dafür, dass ich ein Baby bekam, nur um es mir dann wegzunehmen. Ich verstand es nicht, nur, dass sie Dich auf eine Schubkarre schmissen und mit Dir davon fuhren. Mir zerriss es fast das Herz, als ich mitansehen musste, dass Du weggebracht wurdest. Zum ersten Mal in meinem Leben begann ich zu randalieren. Ich musste hier weg, musste zu Dir. Verzweifelt und mit der Kraft der Liebe gewappnet riss ich an meiner Kette, doch es nützte nichts. Ich war nicht stark genug. Die Kette hielt und Du warst fort. Von Ferne hörte ich Deine klagenden Rufe, denen ich antwortete. Ich konnte es nicht glauben. Ja, die Menschen hatten mich hier eingesperrt, aber niemals hätte ich gedacht, dass sie so grausam sein könnten. Doch ich hatte es erlebt. Ich schrie mir fast die Seele aus dem Leib, nach Dir. Tag und Nacht, bis ich vor Erschöpfung einschlief. Von da an kamen sie jeden Tag und nahmen mir meine Milch weg, Deine Milch. Und langsam begann ich zu begreifen. Sie hatten uns voneinander getrennt, um die Milch zu bekommen, die für Dich bestimmt ist, damit Du groß und stark wirst. Aber warum konnten sie sie nicht teilen? Es wäre doch genug dagewesen, so prall und voll, wie sich meine Brüste anfühlten, genug für sie, damit sie, wer weiß was damit machten, und für Dich, mein Kind. Aber sie wollten alles für sich alleine. Irgendwann war da nur mehr die Trauer. Was wohl aus Dir geworden war? Du warst ein Mädchen. Es würde Dir wohl genauso ergehen wie mir, wenn Du alt genug warst. Wärst Du ein Bub gewesen, dann hätten sie Dich ganz schnell ermordet, denn Buben haben keinen Wert. Sie geben nicht die Milch, die die Menschen haben wollen, Milch, die für mein Baby gedacht ist. Wie sehr würde ich mir wünschen, dass Du ein anderes Leben führen könntest als ich. Aber dazu müssten die Menschen aufhören uns unsere Milch wegzutrinken. Ich habe auch gehört, dass sie ihnen gar nicht gut tut. Sie machen es trotzdem.

Dann begannen meine Brüste zu schmerzen. Ich hatte eine Euterentzündung, die so schlimm war, dass sie meine Milch nicht mehr brauchen konnten. Dann wurde ich aus dem Stall geführt. Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich die Sonne sehen und mir den Wind um die Nase wehen lassen, zum ersten und letzten Mal, denn sie hatten mich bloß aus dem Stall geholt, um mich zum Schlachthof zu bringen, denn ich war auch nichts mehr wert.

Ich habe von Menschen gehört, die sich dafür einsetzen, dass die Babies bei den Müttern bleiben dürfen, weil sie meinen, dass die Milch für die Kinder ist. Ich hoffe, Du wirst es noch erleben, dass es so sein wird und Dir Deine Kinder nicht weggenommen werden.

In Liebe,
Deine Mama

Day of the Mother

Mother’s Day – Mother’s Day, her special day
Breakfast is made for her, optionally brought to bed
Ham roll, soft egg, coffee with milk
„How nice it is to have my children around me,“ she thinks,
“To be with each other, maybe we will go on a trip”.
And while she is allowed to be a mother
i.e. being allowed to be with her children,
does she not think about it
that there are millions of mothers in the world
where the togetherness at this very moment
is denied with their children,
forced to give birth
never be allowed to be mothers
for ham roll, soft egg and coffee with milk.

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Tag der Mutter

Muttertag – Tag der Mutter, ihr Ehrentag
Frühstück wird für sie gemacht, wahlweise ans Bett gebracht
Schinkelsemmel, weiches Ei, Kaffee mit Milch
„Wie schön ist es doch, meine Kinder um mich zu haben“, denkt sie,
„Miteinander zu sein, vielleicht machen wir einen Ausflug“.
Und während sie Mutter sein darf,
d.h. mit ihren Kindern sein darf,
denkt sie nicht daran,
dass es Millionen Mütter auf der Welt gibt,
denen genau in diesem Moment das Miteinander
mit ihren Kindern verwehrt wird,
die zum Gebären gezwungen,
niemals Mütter sein dürfen,
wegen Schinkensemmel, weichem Ei und Kaffee mit Milch.

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Because it does Matter

It was one of those days when I couldn’t cope with life. This is not unusual any more. Not at all remarkable. It happens to me, sometimes. But this time I had a reason. Even one that others would accept that you can’t get on with life. At least as long as the others are not one of the strictest, who have such a well-intentioned and unnecessary “pull yourself together” in their standard repertoire and who cheer anyone who wants to hear it. Even those who don’t want to hear it. But my reason was damn good. I saw my marriage go down the drain, and just as it is impossible to make the water suddenly flow uphill, so it was impossible to reverse it again. Or is it? Had I really tried everything?

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Weil es nicht egal ist

Es war an einem jener Tage, an denen ich mit dem Leben nicht zurechtkam. Das ist nicht weiters ungewöhnlich. Schon gar nicht bemerkenswert. Es unterläuft mir, mitunter. Doch diesmal hatte ich einen Grund. Sogar so einen, von dem auch andere akzeptieren würden, dass man mal mit dem Leben nicht zurechtkommt. Zumindest so lange die anderen nicht zu den ganz Strengen zählen, die ein so wohlgemeintes und unnötiges „Reiß Dich doch zusammen“ in ihrem Standardrepertoire führen und es jedem, der es hören will, unterjubeln. Auch denen, die es nicht hören wollen. Aber mein Grund war verdammt gut. Ich sah meine Ehe den Bach hinuntergehen, und so, wie es unmöglich ist das Wasser dazu zu bringen plötzlich bergauf zu fließen, so war es unmöglich noch einmal gegenzulenken. Oder doch? Hatte ich denn wirklich schon alles probiert?

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Es gibt kein Entrinnen (2)

Eines Tages brachte sie ein Baby zur Welt. Es wollte sich zu der Mutter kuscheln, doch man ließ es nicht zu. Man packte das Kleine, warf es in Scheibtruhe und brachte es fort. Es war ein Mädchen. Deshalb brachte man sie in eine Box, in eine ebensolche, wie jene, in der die ihre ersten Tage zubringen musste, die sie soeben zur Welt gebracht hatte. Wäre es ein Junge gewesen, wäre er nach wenigen Tagen auf einen Transporter verladen und tausende Kilometer weit in den Tod geschickt worden. Aber es war ihr egal, sie wollte ihr Baby nur bei sich haben. Mit schreckgeweiteten Augen musste sie mitansehen, wie es ihr entrissen wurde. Es zerriss ihr fast das Herz. Sie verstand es nicht. Es gab daran auch nichts zu verstehen.

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World Milk Day

This year marks the 63rd World Milk Day in over 30 countries, which was launched by the Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) and the International Dairy Association (IDF). The reason for the introduction was to boost milk consumption. To achieve this goal, i.e. ultimately more profit, every means is right for you. Consumers have been lied to for decades and these lies are often spread by the addressees without having checked it or even thinking about it. It is good and right to form your opinion and not trust blindly, especially since you should always be suspicious when it comes to solid financial interests. Nonetheless, this maturity suddenly stops with such topics and those who try to uncover the truth are attacked.

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Weltmilchtag

In über 30 Ländern wird heuer zum 63. Mal der Weltmilchtag begangen, der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband (IDF) ins Leben gerufen wurde. Der Grund für die Einführung war, den Milchkonsum anzukurbeln. Um dieses Ziel zu erreichen, also letztlich mehr Profit, ist ihnen jedes Mittel recht. So werden Konsument*innen seit Jahrzehnten belogen und diese Lügen werden von den Adressat*innen gerne weiterverbreitet, ohne es überprüft oder auch nur darüber nachgedacht zu haben. Es ist gut und richtig, wenn man sich seine Meinung bildet und nicht blind vertraut, zumal man doch immer misstrauisch werden sollte, wenn es um handfeste finanzielle Interessen gibt. Dennoch hört diese Mündigkeit bei solchen Themen plötzlich auf und es werden die angegriffen, die versuchen die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen.

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