Gehts was hackeln!

„Geht’s was hackeln!“ oder „Die haben ihr Lebtag noch keinen Tag gearbeitet!“, solche und ähnliche Sprüche höre ich bei jeder Demo oder Kundgebung. Abgesehen davon, dass niemand von jenen, die sich aufplustern, vielleicht lässig im Kaffeehaus sitzen oder einen netten Einkaufs-Tag unternehmen, weiß, was wer von uns macht, ist es scheinbar eine ausgemachte Sache, dass man dieser Aufforderung nicht nachkommen muss, wenn man Kaffee trinkt oder einkauft. Sie wissen nämlich von sich selbst, dass sie sich bei diesen Tätigkeiten von einer anstrengenden Arbeitswoche erholen und vor allem, die Wirtschaft unterstützen. Arbeiten und konsumieren sind die Grundpfeiler unseres kapitalistischen Systems. Wer zuwiderhandelt, bei einer Demo gar die armen, verschüchterten Konsument*innen davon abhält ihrem wohlverdienten Ausgabewahn zu frönen, kann ja selbst nichts hackeln.

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Die Zukunft ist vegan (2): Die Re-Biedermeierisierung der Gesellschaft

Bei der Beantwortung der Frage, warum jene, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen aller Lebewesen einsetzen, torpediert, angegriffen, diskreditiert und verunglimpft werden, spielen viele Aspekte eine Rolle. Zunächst sind es die gesellschaftlichen Bedingungen, die ihren Niederschlag in den politischen Verhältnissen finden. Der Mensch in der der bürgerlichen Gesellschaft dieser Tage ist mit jenem zur Zeit des Biedermeier vergleichbar, das die Zeitspanne zwischen dem Ende des Wiener Kongresses 1815 bis zum Beginn der bürgerlichen Revolution 1848 umfasst. Das Ideal dieser Zeit war die gemütliche, unpolitische Häuslichkeit. Politisch war sie geprägt von Spitzelwesen, Denunziantentum und Unterdrückung. Dieser Rückzug in die eigenen vier Wände, die Fokussierung auf den eigenen Nabel, findet auch heute wieder statt. Der große Unterschied besteht darin, dass die Überwachung viel einfacher ist, als damals. Metternich hätte seine helle Freude gehabt.

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