Erkenntnis ist irreversibel (2)

Es war ein weiter Weg, von der Innenstadt bis zum Stadtrand und über die Felder, bis sie endlich vor dem besagten Stall standen. Der Mond schien hell, so dass sie alle Einzelheiten genau erkennen konnten. Einige Momente hielten sie inne. Dann steuerte Rebekka direkt den Eingang an. Vorsichtig griff sie nach der Klinke, drückte sie herunter und fand die Türe, zu ihrer großen Überraschung, unverschlossen. Daraufhin winkte sie Paul, der im Feld stehengeblieben war und wirkte, als wollte er sich keinen Schritt vorwärtsbewegen. Rebekka war verärgert. „Wer sich hier nicht traut!“, dachte sie noch, während sie zu Paul hinüberging, ihn grob am Arm packte und hinter sich herzog. „Ich mich nicht trauen“, knurrte sie, als sie die Türe öffnete.

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Profit als allumfassende Rechtfertigung

Ich stehe vor einem Stall, natürlich auf einem öffentlichen Feldweg. Die Türen und Fenster sind fest verschlossen, aber die Schreie der Schweine, die in diesem Stall eingepfercht sind, zerschneiden die zarte der Illusion von ländlicher Idylle und lassen einen Scherbenhaufen zurück. Wenn ich mich auch nur einen Schritt vorwärts bewege, den Grund des Bauern betrete, verstoße ich gegen Eigentumsrecht. Eigentum geht über alles. „Die radikalen Tierschützer brechen in Ställe ein, das ist Unrecht“, klingt es in meinen Ohren nach, „Und was Recht ist, muss auch Recht bleiben. Punkt.“ Ja, Punkt, denn in meinem Eigentum und mit meinem Eigentum, darf ich schalten und walten wie ich will. Stimmt das wirklich?

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