Erkenntnis ist irreversibel (1)

Rebekka wurde von ihren Freundinn*en mit Hochachtung und ihren Feind*innen mit Neid nur mehr Rebel genannt. Und das war sie auch, eine Rebellin. Schließlich war das ihre Aufgabe, so sah sie es zumindest. Mit 16 Jahren hatte man zu rebellieren, die Erwachsenen, sog. Autoritäten und Vorgesetzten, Würdenträger*innen und Amtsinhaber*innen über die Ränder ihrer wohltemperierten Einstellungsverkrustungen zu führen, in Frage zu stellen, was fraglos scheint, zu desavouieren, was unumstößlich anmutet und lächerlich zu machen, was so an Wertnostalgie in den Köpfen festzementiert ist. Wann sollte sie es denn sonst tun? Mit 26, wenn sie, eingespannt in Beruf und Familie, immer zu fürchten haben würde, dass sie jemanden vergrämte, die/der ihr das Leben schwer machen konnte. Nein, jetzt musste es sein, mit 16, ohne Abhängigkeiten und Verpflichtungen, ohne dem Ausgeliefert-sein an den guten Willen anderer. Sie erprobte sich im Aufstand, zivilen Ungehorsam und passivem Widerstand.

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Bis zum letzten Atemzug

Gefangen in den Alltäglichkeiten,
vereinnahmt von all den Dingen,
die zu tun sind,
zusammengepresst vom Druck des Faktischen,
hatte ich keine Wahl,
weil ich sie nicht haben wollte.
Keine Zeit.
Keine Geduld.
Keine Notwendigkeit.

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