Alles Gute zum Muttertag

Als Stella an diesem Morgen zu mir kam und mich wie immer freudig begrüßte, bemerkte ich bereits ihre Unruhe, aber auch die Vorfreude auf das Kommende. Es war ihr erstes Kind.

„Du machst das sicher gut“, flüsterte ich ihr ins Ohr.

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Mit wem mitleiden und mit wem nicht? (1)

„Hallo Mama! Hallo Papa! Ich bin da“, ließ Katharina ihre Stimme durch das Haus schallen, nachdem sie die Türe zu ihrem Elternhaus mit einem Schwung aufgestoßen hatte. Wie jeden Sonntag, war sie auch an diesem zum Mittagessen eingeladen und war dieser Einladung mit Freude nachgekommen, denn dann musste sie nicht selbst kochen. Und wozu hatte man schließlich eine Mutter, wenn man sich nicht von ihr bekochen ließ, auch noch mit dreißig.

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Das Weihnachtswunder

Maria sah auf die Uhr und erschrak. „Schon so spät“, dachte sie, während sie die Sachen zusammenpackte, die sie für den Besuch bei ihren Eltern brauchte. Es war nicht viel, weil sie keine normalen Geschenke machte, wie es so schön heißt, sondern Selbstgemachtes. Sie mochte die Individualität und vor allem sich Gedanken zu machen, wozu man Dinge umfunktionieren konnte, die man selbst nicht mehr brauchte. In diesem Jahr waren ihr besonders schöne Stücke gelungen, war sie überzeugt. Dennoch kam es nicht von ungefähr, dass sie den Moment des Aufbruches so hinauszögerte, eigentlich bis zur letzten Minute. Jetzt konnte sie nicht mehr länger warten, bis sie den Gang zu ihren Eltern antrat, um mit ihnen Weihnachten zu feiern.

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Weil es nicht egal ist

Es war an einem jener Tage, an denen ich mit dem Leben nicht zurechtkam. Das ist nicht weiters ungewöhnlich. Schon gar nicht bemerkenswert. Es unterläuft mir, mitunter. Doch diesmal hatte ich einen Grund. Sogar so einen, von dem auch andere akzeptieren würden, dass man mal mit dem Leben nicht zurechtkommt. Zumindest so lange die anderen nicht zu den ganz Strengen zählen, die ein so wohlgemeintes und unnötiges „Reiß Dich doch zusammen“ in ihrem Standardrepertoire führen und es jedem, der es hören will, unterjubeln. Auch denen, die es nicht hören wollen. Aber mein Grund war verdammt gut. Ich sah meine Ehe den Bach hinuntergehen, und so, wie es unmöglich ist das Wasser dazu zu bringen plötzlich bergauf zu fließen, so war es unmöglich noch einmal gegenzulenken. Oder doch? Hatte ich denn wirklich schon alles probiert?

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