Was Pelz wirklich bedeutet

Wir wissen alle, schon die Steinzeitmenschen haben Fleisch gegessen und sind deshalb so schlau geworden, so wie wir heute sind, so schlau, dass wir alles vernichten, was uns unterkommt. Sehr beeindruckend. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn die Steinzeitmenschen, die doch in allem unsere Vorbilder sein sollten, trugen auch Pelz. Natürlich, denn Biobaumwolle und Hanffasern gab es noch nicht. Sie hatten also keine andere Wahl. Aber wie kam das Menschenweibchen zu ihrem Pelz, denn wir sind so gut informiert, dass wir wissen, nur die Menschenmännchen haben gejagt, während die Menschenweibchen zu Hause saßen und der Rückkehr der großen, starken Männchen von ihren Streifzügen harrten. So wie es den biologisch vorgegebenen Rollen entspricht. Männchen als Jäger – so pirschen sie sich heute im Supermarktregal an, unter Einsatz ihres Lebens, um die Styroporpackung zu ergattern und unter Aufbietung all ihrer Kräfte, nach Hause zu schleppen, während die Weibchen in der sicheren Wohnhöhle sitzen und auf die Beute warten. Aber wir schweifen ab, es geht ja um den Pelz.

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Kein Fleisch aus dem Ausland

„Wir wollen kein Fleisch aus dem Ausland in unseren Supermarktregalen sehen!“ lautet der Tenor, „Auch nicht beim Metzger des Vertrauens, von dem man sowieso weiß, dass das Tier glücklich gelebt hat, davor, bevor es verwurstet und filetiert wurde. Weiß man alles. Den Tieren in Österreich geht es gut, sehr gut sogar. Schließlich gehören wir zu den Ländern mit den höchsten Tierwohlstandards auf der Welt, so wie es Frau Ministerin Köstinger, ihres Zeichens Landwirtschaftsministerin in unserem schönen Land, verlauten ließ. Und die muss es ja wissen. Also stimmt es auch. Denn Politiker*innen lügen nie.

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Vegan heißt Ja zum Leben sagen (4)

Liv begnügte sich also mit den Beilagen. Verstohlen sah sie zu den Tellern der anderen, die unverdrossen aßen. Zugegebenermaßen so, wie es Liv am Tag zuvor auch noch getan hatte, doch wenn sie nun das Fleisch sah, so verwandelte es sich vor ihren Augen in ein Lebewesen, das nicht sterben wollte, hörte die Schreie des Schmerzes und der Verlassenheit, der Angst und des Terrors, sah die schreckgeweiteten Augen vor sich. Lebenslänglich eingesperrt, völlig unschuldig. Und vor allem, warum sahen es die anderen nicht? War sie die einzige, die sehen konnte? Es war ihr, als wäre sie die einzige, die erwacht war und alle anderen schliefen weiter, einen Schlaf, in dem das Leid und das Elend und der Terror ignoriert werden und das sie Leben nennen.

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Vegan heißt ja zum Leben sagen (3)

Die Mutter sah ihre Tochter streng an: „Du willst mir also sagen, dass ich mich stundenlang am Herd abgemüht habe und dann kommst Du daher und isst das nicht? Ist das Deine Art mir Deinen Respekt zu zollen?“
„Und was ist mit Deinem Respekt gegenüber dem Leben?“, meinte Liv, „Hätte ich das vorher gewusst, ich hätte schon längst damit aufgehört. Dann hättest Du auch nicht für mich kochen brauchen.“

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Die Schweinsbratenfresser

Der Schweinsbraten ist eines der Lieblingsgerichte der/des gelernten Österreicher*in. Man bekommt ihn in jedem Wirtshaus und von der Festtagstafel im trauten Heim ist er auch nicht mehr wegzudenken. Ein Volk der Fleischfresser ist ein Volk der Weltvernichter. So einfach ist es. Wegen unserer Fleischsucht müssen immer noch mehr als 800 Millionen Menschen auf der Welt hungern. Würde man ihnen Soja, Mais und Getreide einfach lassen, statt sie ihnen vom Teller zu klauen, um diese wertvollen Kalorien durch die Tiere zu schleusen, könnten wir nicht nur alle satt machen, sondern noch viel mehr Menschen ernähren, aber nein, wir stehlen was wir kriegen. Auch den Regenwald, dem für die Futtermittel der Garaus gemacht wird und weil wir schon dabei sind, lassen wir sie auch gleich verdursten, weil das Wasser ebenso gebraucht und verunreinigt wird – für unseren Schweinsbraten, aber auch das Steak oder die Hühnerbrust. Auch den Klimawandel bekommen die Ärmsten der Armen als erste zu spüren, der zu einem Großteil auf die Intensivtierhaltung zurückzuführen ist. Aber was interessiert schon die Natur, die Artenvielfalt oder die fernen Länder, so lange wir uns krank, fett und offenbar dumm fressen können. Denn eine vegane Welt wäre eine ohne Pandemien ohne Hunger, mit ausreichend Anbaufläche, regenerierten Meeren, frischem Wasser und gesunden Menschen. All das ist bekannt und es ist nachvollziehbar, dass man es schon nicht mehr hören will. Dennoch macht der Großteil der Menschen so weiter wie bisher und lässt sich den Schweinsbraten schmecken und das Steak und das Hühnerfilet.

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Das Recht, die Welt zu zerstören

„Ich lasse mir mein Recht auf Fleisch nicht nehmen!“, sagt er, die Arme vor der Brust verschränkt und vor Wut schnaubend, als hätte ich das je vorgehabt, ihm irgendetwas zu nehmen. Alles was ich tat, und dessen bekenne ich mich unumwunden schuldig, war, ihm die Nachteile einer Lebensweise, bei der tierliche Produkte konsumiert werden, darzulegen.

„Ich lasse mir mein Recht auf Fleisch nicht nehmen!“, ist die Erwiderung, ein zweites Mal, nun präzisiert durch den Zusatz, „Von Euch faschistischen Veganern schon gar nicht. Ihr glaubts wirklich, ihr habts die Weisheit mit dem Löffel gefressen und jetzt wollt ihr sie jedem reinstopfen. Aber bei mir funktioniert das nicht.“ Dass da nichts zu machen ist, ist mir klar. Ich sehe ihn an und muss unwillkürlich an ein kleines Kind denken, dass sich in seinen Schmollwinkel zurückgezogen hat und partout nicht zuhören will, geschweige denn verstehen.

„Schließlich schreibe ich Euch auch nicht vor, was ihr zu tun habt“, fügt er noch hinzu, „Ihr könnt von mir aus euren Fraß essen, aber ich esse, was ich will. Jeder soll so leben, wie er will und die anderen respektieren.“ Damit dreht er sich um und geht. Hätte es Sinn gemacht, etwas zu sagen, irgendetwas, was angekommen wäre?

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Auch wir feiern froh Weihnachten

Während wir uns glücklich versammeln, einander frohe Weihnachten wünschen und uns aneinander freuen, werden nach wie vor Babies von Müttern getrennt. Legehennen werden die Eier weggenommen, Kälber ihren Müttern entrissen und Welpen viel zu früh von ihren Müttern entfernt, um sie an Unwissende zu verkaufen. Ein lebendiges Geschenk, dass dann zuverlässig beim ersten Urlaub an irgendeiner Autobahnraststation entsorgt wird.

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Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst und das ist tot

Ein wunderschön sonniger Tag, mitten im Dezember. Der Schnee knirscht unter den Füßen. Die Gänse schnattern im Stall. Menschen betreten ihn, Menschen, die sie kennen, die sich ihr ganzes Leben liebevoll um sie gekümmert, also das Futter gegeben und den Stall ausgemistet haben. Es sind sog. glückliche Gänse, die mit gentechnikfreiem Futter gemästet werden und herumlaufen können, Platz haben und Sozialstrukturen aufbauen konnten. Als kleine Babies waren sie hergekommen und hier groß geworden. Ihr ganzes Leben lang hatten sie nichts anderes, als diesen Stall und die Weide gesehen. Was für eine Freude, wenn die Menschen sie besuchen, die sich um sie kümmern. Sie laufen ihnen entgegen, begrüßen sie herzlich. Wie gut es den Gänsen doch geht, im Vergleich zu ihren Leidensgenoss*innen in der Intensivtierhaltung. Da wird ihnen nach 12 Wochen der Hals umgedreht. Ganz zu schweigen von jenen, die lebend gerupft oder für die Stopfleber malträtiert werden. Die Gänse, die hier den Menschen so eifrig hinterherlaufen, dürfen 26 Wochen leben. Eine enorme Steigerung, wenn man bedenkt, dass ihre Lebenserwartung 20 Jahre beträgt.

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An dem Tag, an dem ich das Leid sah …

war es nicht mehr möglich es zu negieren. Ich kann nicht zurück, hinter eine einmal gemachte Erfahrung. Ich kann es nicht mehr länger ignorieren und nicht mehr so tun, als wäre nichts. Das schön verpackte Schweinekotelett, sauber und adrett ist der Teil eines Kadavers, der zu einem Schwein gehörte, das von Anfang bis zum Ende seines Lebens in einem Tier-Gefängnis wohnte.

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