Vom großen Glück, in einem Rechtsstaat zu leben (1)

Stell Dir vor, Du liegst im Bett, in Deiner Wohnung. Neben Dir Dein*e Partner*in, die Kinder in deren Zimmern. Du bist an einem Ort, der Dir Wärme, Sicherheit und Geborgenheit bietet. Hier fühlst Du Dich aufgehoben. Die Türe zugesperrt. Es kann nicht viel passieren. Es ist drei Uhr morgens. Die Zeit, zu der Du am tiefsten schläfst. Vielleicht hast Du auch gerade einen schönen Traum. Von dem Ausflug mit den Kindern am letzten Wochenende. Oder von der letzten Sonnenaufgangswanderung. Als Du plötzlich jäh aus dem Schlaf gerissen wirst. Vermummte Gestalten, ganz in Schwarz, die Waffen im Anschlag, brechen Deine Türe auf und zerren Dich aus dem Bett. Aber nicht nur Dich, sondern auch Deine*n Partner*in. Selbst vor den Kindern machen sie nicht halt. An die Wand gestellt, genau so wie Du aus dem Bett gezerrt wurdest. Im Pyjama oder gar nackt. Hattest Du nicht gedacht, dass Du hier sicher wärst? Hast Du nicht gedacht, es wäre ein Ort, an dem Deinen Kindern nichts zustoßen könnte? Und genau hier findet dieser Überfall statt. Aus heiterem Himmel. Völlig unvorhersehbar.

Weiterlesen