Tierwohl – Made in Austria

Wer die Bilder und Filme der aktuellsten Aufdeckung des VGT gesehen hat, war entsetzt, zurecht, wie ich meinte. Da sah man Mutterschweine in Kastenständen eingezwängt, sowie in sog. Abferkelboxen. Diese Eisengestelle sind gerade mal so groß, dass das darin gefangene Tier, genügend Platz hat, darin zu stehen. Schon beim Niederlegen berührt es die Nachbarin. Die Tiere sind übersät von offenen Stellen und Geschwüren, teilweise kindskopfgroß. Neben den Mutterschweinen die Ferkel, mit zerschnittenen Gesichtern, resultierend aus dem Kampf um die Zitzen. Degradiert zur Zitzenmaschine, die nicht anders kann, als das Kleine zu zerdrücken, wenn sie sich ein bisschen bewegt. Sie kann nicht ausweichen. Daneben verendende oder bereits verendete Babies, eingepfercht zwischen Scheiße und ihren Geschwistern, natürlich auf Vollspaltenboden. Die Mülltonnen sind voll mit toten Ferkeln. So weit die Ausgangslage. Die Menschen, die es sahen, wurden von einer großen Aufregung befallen. Ich bin nun sehr froh, dass ich Entwarnung geben kann und wir alle unser Entsetzen wieder einpacken können. Nicht die Umstände sind schuld, sondern unsere Ahnungslosigkeit.

Weiterlesen

Glückliche Schweine in Österreich

Ist es nicht wunderschön zu sehen, wie die Schweine, die großen und die kleinen, über die Wiese galoppieren, die Kuh besuchen, mit ihr plaudern. Wir kennen es vom Ja-natürlich-Ferkel. Es ist eine Wonne und Schweine, vor allem die kleinen, sind ja auch so süß. Wir kennen die Bilder aus der Werbung, und wenn man lange genug sucht, auch aus der Wirklichkeit. Es gibt sie tatsächlich, die Schweinchen, die süßen rosanen, von denen mittlerweile jeder weiß, dass sie intelligent sind wie dreijährige Kinder und damit unseren Haushunden weit überlegen. Sie spielen und wühlen und genießen das Leben. Sie bauen Nester für die Babies und erfahrene Altsauen unterstützen die jungen, unbedarften bei der Aufzucht. Und sie haben einen gesonderten Bereich, in dem sie ihre Notdurft verrichten. So weit die Idylle. So weit die Illusion. Nicht ganz. Für immerhin 1.500 Schweine in Österreich ist diese Idylle tatsächlich Realität. Für 1.500 von 3.000.000. Also heiße 0,05%.

Weiterlesen

Weil es immer schon so war

Wir besuchten einen kleinen Hofladen in unserer Nähe, in dem die Stücke von toten Schweinen vom eigenen Hof verkauft werden. Regionale Schmankerl aus artgerechter Tierhaltung werden hier angeboten, so wird es angepriesen. Wenn man hineingeht, fällt über der Theke, in der die verarbeiteten Leichen zum Verkauf liegen, ein Bildschirm auf, auf dem in Dauerschleife Bilder laufen. Es zeigt den Hof, die Gebäude und den Laden, die Familie, die den Hof und den Laden betreibt. Was besonders ins Auge sticht, sind zwei Fotos, auf denen man Kinder mit einem Ferkel spielend im Stroh sieht. Was für eine verlogene Welt, denn dieses eine, kleine Ferkel hat genau einmal in seinem Leben das Tageslicht und Stroh gesehen, nämlich als das Foto gemacht wurde. Dann wurde es zurückgesetzt zu den anderen, auf den Vollspaltenboden und neben die Mama im Kastenstand.

Weiterlesen