Ich kann ja eh nichts ändern

Ich sitze neben Dir und fühle mich völlig hilflos. Mit dieser Hilflosigkeit kommen die Wut und die Trauer über die scheinbare Unabänderlichkeit. Du liegst in Deinem Gitterkäfig und kannst Dich nicht bewegen. Neben Dir Deine Babies, mit denen Du nicht spielen, sie nicht bemuttern kannst. Du kannst nur daliegen und sie trinken lassen. Dein ganzes kurzes Leben lang, bis Du nicht mehr schwanger wirst. Dann kommst Du in den Schlachthof. Im Nebenstall steht Deine Leidensgenossin. Sie ist viel zu früh geschwängert worden, damit sie Milch gibt. Ihr Euter schmerzt, weil es viel zu groß ist für ihren ausgemergelten Körper, aber auch ihr Herz schmerzt, denn das Baby, das sie geboren hat steht nun ganz allein in seiner Box und schreit nach Dir. Bis es aufgibt und sich einrollt. Ganz klein macht. Ich sehe, wie es auf einen Transporter verladen wird und weit, weit weggebracht wird. In einer anderen Halle sitzen kleine gelbe Wollknäuel und müssen nun wachsen. 42 Tage lang, bevor sie in den Schlachthof kommen. Ich sehe es. Aber was kann ich tun? Ich kann ja eh nichts ändern.

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