Nieder mit der Niederwildjagd!

Ein wunderschöner Herbsttag. Ich gehe spazieren, zwischen Feldern im Sonnenschein, als mir auffällt, dass viele Autos parken, in erster Linie Jeeps. Als ich an ihnen vorbei bin, entdecke ich die Besitzer*innen. In orangen Jacken stehen sie entlang eines Feldes. Ich möchte mir das näher ansehen, doch ein Schild hindert mich am Weitergehen. „Treibjagd. Durchgang verboten“ ist darauf zu lesen. Deshalb bleibe ich einfach stehen und beobachte. Da fangen die Treiber*innen an, durch das Feld zu gehen. Sie machen Lärm, damit sie das Wild den Jäger*innen vor die Flinte treiben. Die Tiere geraten in Panik. Sie versuchen zu fliehen, doch es gibt kaum ein Entrinnen. Sie sind umstellt. Gleichheit der Mittel sieht anders aus.

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Mord aus niederen Motiven

Es geschah in einem der strengsten Winter irgendwann im 19. Jhdt. in Österreich. Eine Familie litt unter der Kälte und dem Hunger. Die Ernte im Sommer war kärglich ausgefallen und so saßen die Einsiedlerfamilie, die Eltern und die sechs Kinder, um den Tisch und wussten weder ein noch aus. Da hielt es der Vater nicht mehr. Stumm stand er vom Tisch auf, holte seine Flinte aus dem Schrank und ging zum Haus hinaus. Niemand sagte etwas. Niemand versuchte ihn zurückzuhalten, auch wenn allen klar war, was er vorhatte. Wilderei war ein schweres Vergehen. Und eben dessen würde er sich schuldig machen. Die Wildtiere, die es gab, gehörten schließlich dem Eigentümer des Waldes, dem Herrn Grafen, der so viel schießen durfte, wie er wollte, nur zum Spaß und um die Langweile zu vertreiben.

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Fuchsjagd

Diesen Blick werde ich nie vergessen, den die Füchsin aus dem Loch zu den vier Jägern warf, völlig verängstigt, denn dieses Loch, in dem sie saß, war gerade eben noch eine Höhle gewesen, in der sie Sicherheit und Zuflucht gefunden hatte, doch mit Schaufeln hatten sie diese zerstört, so dass kein Schutz mehr da war vor den Männern mit den Flinten, die sie grinsend und siegessicher ansahen. Ihr erster, natürlicher Impuls wäre es wohl gewesen, wegzulaufen, doch sie konnte nicht, denn dann hätte sie ihre tapsigen kleinen Babies, die sie nun nur mehr mit ihrem Leib abschirmen konnte, alleine lassen müssen. Würden sie sich erweichen lassen, die großen Menschenmänner mit den todbringenden Gewehren? Aber nein, sie lachten nur hämisch und erschossen frohen Mutes, erst die Füchsin und dann die Babies, feig und niederträchtig. Aber wir müssen die Füchse schießen, heißt es. Das bedeutet aber nicht, dass es so geschehen muss.

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