Blutstuten

Die Sonne scheint. Ich stehe am Rand einer Koppel und beobachte eine Stute und ihr Fohlen. Das Kleine tobt sich aus, aber wenn irgendetwas ist, was es erschreckt, dann läuft es ganz schnell zur Mama. Dort versteckt es sich und fühlt sich sicher, geborgen und aufgehoben. Es tut so gut, das zu sehen, doch dann muss ich unwillkürlich an einen Bericht denken, den ich vor Kurzem gesehen hatte, über Stuten, die Mütter werden sollten, aber es niemals durften, weil ihnen vor der Zeit grausamst das Baby entrissen wird, ungeboren, direkt aus dem Mutterleib, indem die Fruchtblase aufgeschnitten und das Kleine herausgenommen wird, bloß um es auf den Müll zu schmeißen. Und weil das alles so grauslich ist, dass man am liebsten gar nichts davon wissen will, passiert es in dem Fall nicht hinter verschlossenen Türen, sondern ganz weit weg von Wohlstand und Gutbürgerlichkeit, in Uruguay und Argentinien. Und wozu das Ganze?

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„Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge“ (Ingrid Newkirk)

„Alles, was missverstanden werden kann, wird auch missverstanden“, sollte ein weiteres Axiom der Kommunikation lauten oder zumindest als Mahnung mitgegeben werden, denn eigentlich kann man alles, das nur ein wenig Inhalt hat, so drehen, dass der Inhalt bewusst entwertet oder umgekehrt wird. So ergeht es auch mit dem Satz der PETA-Gründerin Ingrid Newkirk „Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge“. Ganz abgesehen davon, dass es sich dabei um eine höchst komprimierte Aussage über das Wesen des Lebendigen handelt, wohl auch ein wenig plakativ, aber in der Grundessenz völlig einsichtig, so man denn ein Einsehen haben will. Nun ist es aber durchaus Usus die Sätze gerade von jenen, die sich als Anwält*innen unser nicht-menschlichen Mitgeschöpfe verstehen, zu boykottieren.

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