Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst und das ist tot

Ein wunderschön sonniger Tag, mitten im Dezember. Der Schnee knirscht unter den Füßen. Die Gänse schnattern im Stall. Menschen betreten ihn, Menschen, die sie kennen, die sich ihr ganzes Leben liebevoll um sie gekümmert, also das Futter gegeben und den Stall ausgemistet haben. Es sind sog. glückliche Gänse, die mit gentechnikfreiem Futter gemästet werden und herumlaufen können, Platz haben und Sozialstrukturen aufbauen konnten. Als kleine Babies waren sie hergekommen und hier groß geworden. Ihr ganzes Leben lang hatten sie nichts anderes, als diesen Stall und die Weide gesehen. Was für eine Freude, wenn die Menschen sie besuchen, die sich um sie kümmern. Sie laufen ihnen entgegen, begrüßen sie herzlich. Wie gut es den Gänsen doch geht, im Vergleich zu ihren Leidensgenoss*innen in der Intensivtierhaltung. Da wird ihnen nach 12 Wochen der Hals umgedreht. Ganz zu schweigen von jenen, die lebend gerupft oder für die Stopfleber malträtiert werden. Die Gänse, die hier den Menschen so eifrig hinterherlaufen, dürfen 26 Wochen leben. Eine enorme Steigerung, wenn man bedenkt, dass ihre Lebenserwartung 20 Jahre beträgt.

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