Ihr habt mir mein Kind gestohlen (3)

Meinen unbekannten Babies!

So lange ich denken kann, lege ich Eier, inmitten von vielen anderen. Es ist so eng, dass ich mich kaum bewegen kann. Dabei ist es eine gute Haltung, wie ich hörte, Bodenhaltung. Doch es ist einfach nur eng und stinkt. Aber all das könnte ich ertragen, wenn nicht die Sache mit meinen Babies wäre. Ich lege Eier, weil ich eine Henne bin. Mein Körper tut es. Jeden Tag lege ich ein Ei. Aber ich weiß noch mehr.

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Es sind doch bloß Babies

Max hat sich eingerollt, ganz eng zusammengerollt, in seiner Box, in der er in Einzelhaft leben muss. Natürlich hat er keinen Namen, nur eine Nummer. Es zahlt sich nicht aus, ihm einen Namen zu geben. Er ist doch bloß ein Kalb, dazu noch ein männliches, das bald tot sein wird oder irgendwo auf einem LKW, verfrachtet zum Schlachten. Ich habe ihm den Namen gegeben, um ihm einen Rest an Würde zu geben, als wäre er jemand gewesen, inmitten einer Industrie, in der er nur Etwas ist. Etwas, das Geld bringt oder nicht. Er bringt keines. € 8,49 ist er wert, in dieser Industrie. Da kostet das Futter mehr, das er braucht, dieser billigste Milchaustauscher. Selbst das ist noch zu teuer. Sein Wert bemisst sich nach seinem Nutzen. Er hat keinen, nicht in diesem System, aber für seine Mutter ist er die Welt. Er rollt sich zusammen, damit die Kälte weggeht, vor allem die der Einsamkeit. Dabei wollte er doch nichts anderes, als bei seiner Mutter sein. Saugen, nicht nur, um den Hunger zu stillen, sondern auch weil es gut tut. Doch er muss da sein, ganz alleine. Er versteht nicht warum. Dabei wollte er doch nichts weiter, als bei seiner Mama zu sein, so wie es sein sollte, nichts weiter, als zu leben.

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Lebendiger Abfall

Kuh und Kalb, Mutter und Baby in trauter Zweisamkeit auf der Weide, das ist es, was uns im Zusammenhang mit der Milch gerne gezeigt wird. Doch die Wahrheit ist eine ganz eine andere. Gerade geht – zum Glück – durch alle Medien das Schicksal der männlichen Kälber auf den Transportschiffen ElBeik und Karim Allah. Vor mehr als drei Monaten hatten beide Schiffe, die ElBeik mit 1.800 und die Karim Allah mit 900 Kälbern beladen den Hafen von Cartagena abgelegt. Trotz vorliegender Veterinärbescheinigungen, lehnten sowohl die türkischen, als auch die lybischen Behörden beide Schiffe ab, nachdem in Spanien ein Ausbruch von Blauzungenkrankheit festgestellt worden war. Was folgte, war eine dreimonatige Irrfahrt der beiden Schiffe quer durch das Mittelmeer. Letzte Woche kehrte die Karim Allah unverrichteter Dinge in den Hafen von Cartagena zurück. Alle überlebenden Kälber mussten notgeschlachtet werden, weil ihr gesundheitlicher Zustand so schlecht war, dass sie nicht weiter transportiert werden konnten. Ebenso wird es den verbleibenden 1.600 Rindern auf der ElBeik ergehen. 200 von ihnen sind bereits an Bord gestorben. Ausgeschlossen ist es dennoch nicht, dass diese Tiere als „fit for travel“ eingestuft und weiter transportiert werden. Das Bild, das der Animal Welfare Foundation zugespielt wurde, zeigt die Bedingungen unter denen diese Tierbabies seit drei Monaten ausharren müssen. Man kann erkennen, dass sie dicht stehen, dass sie sich nicht einmal hinlegen können. Es muss auch bezweifelt werden, dass sie ordentlich versorgt werden konnten, nachdem es sich um ein Schiff handelt, das ursprünglich für den Transport von Autos vorgesehen war und die Raumhöhe gerade mal 1,60 m beträgt. Es ist eines der himmelschreiendesten Unrechte, die begangen wurden und nach wie vor begangen werden.

Das Foto stammt von der Animal Welfare Foundation
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Profit als allumfassende Rechtfertigung

Ich stehe vor einem Stall, natürlich auf einem öffentlichen Feldweg. Die Türen und Fenster sind fest verschlossen, aber die Schreie der Schweine, die in diesem Stall eingepfercht sind, zerschneiden die zarte der Illusion von ländlicher Idylle und lassen einen Scherbenhaufen zurück. Wenn ich mich auch nur einen Schritt vorwärts bewege, den Grund des Bauern betrete, verstoße ich gegen Eigentumsrecht. Eigentum geht über alles. „Die radikalen Tierschützer brechen in Ställe ein, das ist Unrecht“, klingt es in meinen Ohren nach, „Und was Recht ist, muss auch Recht bleiben. Punkt.“ Ja, Punkt, denn in meinem Eigentum und mit meinem Eigentum, darf ich schalten und walten wie ich will. Stimmt das wirklich?

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Der Experimentator

„Schau mal, er ist endlich aufgewacht“, drang eine weibliche Stimme an sein Ohr. Er lag auf einem kalten Tisch. Es war ihm sofort klar, um welchen Tisch es sich handelte, einen klinisch sauberen, seinen Experimentiertisch, an dem er schon so viele Tiere festgeschnallt hatte. Die Zeiten, in denen man die Tiere, mit denen die Wissenschaft ihre Spielchen trieb, annageln durfte, waren leider vorbei. Wie sehr wünschte er sich, er hätte zurzeit Claude Bernards oder Rene Descartes gelebt. Da konnte man in seinem Labor noch schalten und walten, wie man wollte, ohne dass einem ständig jemand ins Handwerk pfuschte. Aber heutzutage musste man sich für jeden kleinen Pickser bei einer Maus rechtfertigen, als wenn eine Maus oder 10.000 oder mehr eine Rolle spielen würden. Dabei leisteten sie, er und sein Team, großartige Arbeit für die Wissenschaft. Er versuchte sich aufzurichten, doch er war an den Tisch gekettet. Nicht einen Zentimeter vermochte er seine Arme oder Beine anzuheben. Selbst der Kopf war mittels einer Halsmanschette fixiert, so dass er ihn nicht einmal von links nach rechts zu drehen vermochte, sondern nur stur geradeaus blicken konnte, mitten in die schwärzeste Dunkelheit, wie ihm vorkam.

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Normal und extrem

Normal ist es kurz vor Weihnachten einen gefällten Baum ins Haus zu bringen und ihm langsam beim Sterben zuzusehen, während das sog. Fest der Liebe gefeiert wird. Ab dem 06. Januar sieht man dann überall die Baumleichen herumliegen, ausgedient, weggeworfen und das alles für eine paar Tage der Behübschung.

Extrem ist es, sich in der Natur einen Baum zu suchen, den man für die Wildtiere mit etlichen Leckerbissen behängt. Extrem, weil man den Baum leben lässt und die Behübschung nicht nur für sich selbst macht, sondern auch um anderen Gutes zu tun. Aber das extremste ist, dass man den Baum nicht käuflich erwirbt und besitzen will, sondern ihn einfach in Ruhe lässt.

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Wo bist Du?

Wenn sie ihr das Baby direkt nach der Geburt
von der Brust wegreißen,
damit ihr ihre Milch trinken könnt
und sie den Schmerz einer Mutter aus sich herausschreit,
stundenlang, tagelang.

Seid ihr so blind vor Gier,
so taub vor Eigennutz.

Wo bist Du?

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Milch ist Leid

Milch ist Leid, Krankheit, Mord & Tod
Milch zerstört Deine Gesundheit und das Leben der Kühe.
Es gibt einen Weltosteoporosetag.
Abnahme der Knochendichte.
Millionen Menschen sind betroffen.
Trinkt mehr Milch,
wird ihnen gesagt,
von Ärzten.
Warum ist der Anteil dann in Ländern so hoch,
in denen viele Milchprodukte konsumiert werden?
Weil es eine Lüge ist.
Man müsste es besser wissen.
Das Kalzium der Kuhmilch macht die Knochen kaputt.
Das sagen sie nicht.
Weil sie nicht wollen,
dass wir gesund sind.
Kranke Menschen sind gut fürs System.
Osteoporose ist gut,
für die Pharmaindustrie
für die Krankenhäuser
für die Ärzte
für die Milchwirtschaft
für die Industrie.
Gesunde Menschen bringen kein Geld.
Die Pharmalobby bleibt auf ihren Medikamenten sitzen.
Die Ärzte wären nicht ausgelastet.
Die Krankenhäuser hätten viel weniger Patienten.
Die Milchwirtschaft hätte keine Absatzmärkte.
Die Industrie müsste die Produktion drosseln.
Wir werden krank gehalten,
damit die Wirtschaft funktioniert.

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Glückliche Schweine in Österreich

Ist es nicht wunderschön zu sehen, wie die Schweine, die großen und die kleinen, über die Wiese galoppieren, die Kuh besuchen, mit ihr plaudern. Wir kennen es vom Ja-natürlich-Ferkel. Es ist eine Wonne und Schweine, vor allem die kleinen, sind ja auch so süß. Wir kennen die Bilder aus der Werbung, und wenn man lange genug sucht, auch aus der Wirklichkeit. Es gibt sie tatsächlich, die Schweinchen, die süßen rosanen, von denen mittlerweile jeder weiß, dass sie intelligent sind wie dreijährige Kinder und damit unseren Haushunden weit überlegen. Sie spielen und wühlen und genießen das Leben. Sie bauen Nester für die Babies und erfahrene Altsauen unterstützen die jungen, unbedarften bei der Aufzucht. Und sie haben einen gesonderten Bereich, in dem sie ihre Notdurft verrichten. So weit die Idylle. So weit die Illusion. Nicht ganz. Für immerhin 1.500 Schweine in Österreich ist diese Idylle tatsächlich Realität. Für 1.500 von 3.000.000. Also heiße 0,05%.

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Das Leben als Produktionsmittel

Und ich male Kreuze. 220 Kreuze. 4 min 24 sec für 220 Kreuze. Ich blinzle. Unwillkürlich. Jedes Blinzeln 220 Tote. 220 Kreuze zu malen in einer hundertstel Sekunde ist unmöglich. Die Zeit, in der sie sterben. 220 ausgelöschte Leben. Mit einem Blinzeln. Ich blinzle den Tod. Ich brauche 4 min 24 um 220 Kreuze zu malen. In Reih und Glied. 4 min 24 Kreuze malen bloß 220 sind 5.808.000 Tote. Ohne die Kollateralschäden. Ohne den Ausschuss.

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