30 Jahre – Im Namen der Tiere

Es ist ein schaurig kalter Tag. Das hält die Aktivist*innen des VGT (Verein gegen Tierfabriken) nicht davon ab, sich vor einer Tierausnutzungsanlage zu versammeln, Transparente zu halten, Bilder von den Schrecknissen zu zeigen und eine Untersuchung einzufordern. Denn ganz gleich ob das Wetter schön ist oder nicht, die Tiere leiden in der Industrie bei jedem Wetter, zu jeder Tages- und Nachtzeit, 24 Stunden am Tag, an jedem einzelnen Tag es Jahres und sogar noch, wenn sie zu ihrer Hinrichtung transportiert werden. Ein lebenslanges Leiden, gegen das sich der VGT seit 30 Jahren stark macht und die Erfolge, die er erzielen konnte, sprechen gleichermaßen für seine erfolgreiche Arbeit, wie die Anzahl der Gegner*innen.

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Die Technisierung des Uterus

Christian setzte sich auf die Couch. Martinique auf den Boden. Das tat sie immer, wenn sie uneingeschränkt nachdenken wollte. Verbundenheit. Und wenn es nur der Boden eines Zimmers war.
„Früher war es ein Mysterium, ein Geheimnis“, begann Martinique sich und ihre Gedanken mitzuteilen, „Dann entdeckten die Menschen das Geheimnis, entmystifizierten es. Wir wissen nun um die Zusammenhänge und den Ablauf.“
„Das ist doch wunderbar, zu wissen“, meinte Christian.
„Natürlich ist es das“, bestätigte Martinique, „Doch was wurde aus dem Wissen gemacht? Das weibliche Tier wurde zur lebendigen Brutkammer degradiert, in der der Fötus bzw. Embryo heranreifte. Der normale Vorgang der Schwangerschaft und Geburt, wurde ihr entrissen und der Technik unterworfen. Damit zu einer männlichen Domäne. Das Baby zum Produkt und Eigentum des Schöpfers der Technik. Mittels Ultraschalls wird beobachtet, wie es sich entwickelt, die Geburt unter Anleitung eines Arztes zu einem Vorgang, der keiner Einmischung der Gebärmaschine mehr bedarf. Sie wissen es besser.“
„Aber die moderne Medizin hat auch vielen geholfen“, warf Christian ein.

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Der Pandabär, der hat es schwer (2)

Die Agentin hielt Ausschau. Endlich meinte sie, sie könnte auch ein paar Schritte aufrecht gehen, als sie einen Lärm vernahm, der ohne Zweifel von schweren Baufahrzeugen verursacht wurde. Wieder wurde ein Teil des Waldes gerodet, denn es war noch mehr Lebensraum notwendig, mehr Anbaufläche, mehr Platz für Vergnügungs- und Einkaufszentren, immer mehr, von Menschen beansprucht. „Wenn nun Stück für Stück der Wald gerodet wird“, dachte sie, „wird der Platz, der den Wildtieren zur Verfügung steht, immer kleiner. Sie kommen näher zusammen. Einzelne Individuen begegnen sich und die Übertragung von Krankheitserregern wird erleichtert. Wenn genug Platz vorhanden ist und ein Tier erkrankt, dann bleibt es für sich und stirbt. Der Erreger geht mit ihm unter.“

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Artgerecht ist nur die Freiheit (1)

Meine Hündin kuschelt sich zu mir. Sie zittert am ganzen Körper und hechelt, weil ihr das nahende Gewitter Angst macht. Ich streichle sie und rede ihr beruhigend zu. Wirklich entspannen kann sie erst, wenn das Gewitter vorbei ist. Nein, sie wäre dort draußen in der Wildnis, nicht überlebensfähig und dennoch bin ich überzeugt davon, dass nur die Freiheit artgerecht ist.

„Wenn man das ernst nimmt“, so wird mir gesagt, „dann müssten wir jetzt noch alle Tiere, Haus-, Nutz-, Gebrauchstiere, vor die Türe setzen und wir dürften uns nicht mehr um sie kümmern. Ziemlich perverse Einstellung. Du würdest sie also beinhart zugrunde gehen lassen?“

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Menschen aus Freilandhaltung

Volker Matis, seines Zeichens Sekretär des Vorsitzenden des Clubs der 10 Großen, worunter die zehn größten Konzerne der Welt fallen, konnte sich glücklich schätzen, am geheimen Gipfel teilnehmen zu können. Innerhalb kürzester Zeit hatte er es geschafft, für seinen Chef, Herrn Hademar Wilhelm-Cock, unentbehrlich zu machen. Vorsichtig schaltete er das Aufnahmegerät ein, um die Eröffnungsrede seines unmittelbaren Vorgesetzten aufzuzeichnen.

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Qualprodukt Leder

Leder ist überall, sei es in Form von Schuhen, Taschen, Accessoires, Bekleidung oder Möbeln. Es ist ein Material, das als langlebig und robust gilt. Darüber hinaus ist es atmungsaktiv und angenehm zum Tragen. Dennoch ist Leder die Haut von toten Tieren.

„Wenn die Kühe geschlachtet werden, dann bleibt die Haut übrig und die wird dann zu Leder verarbeitet, so dass es eigentlich recht effizient ist“, lautet die immer noch vorherrschende Meinung und die Lederindustrie widerspricht nicht, denn es hört sich sehr vernünftig an. Wenn die Tiere schon geschlachtet werden, dann kann man doch nichts dagegen sagen, dass ihre Haut verwendet wird. Wäre es, wenn es denn stimmen würde.

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Vegan ist Körperverletzung: Fleischersatz

„Stellen Sie sich vor, was mir letztens passiert ist!“, spricht mich eine Dame am Infostand ganz unverhohlen an, „Da geh ich in den Supermarkt und brauche was, was schnell geht, weil ich nicht viel Zeit hatte zum Kochen und da war dieses vorpanierte Schnitzel. Na viel ist nicht drinnen, dachte ich noch, aber für eine Mahlzeit reicht’s und ein Salatblatt hatte ich auch noch zu Hause, Sie wissen schon, wegen den Vitaminen. Also kauf ich das und hau‘s mir zu Hause in die Pfanne. Während das so vor sich hin brutzelt, schau ich mir die Verpackung genauer an, wollte nur wissen, was da für ein Fleisch drinnen ist. Und was entdecke ich? Da ist weder Kalb- noch Rindfleisch drinnen, sondern irgend so ein Sojazeug. Und schuld seid‘s ihr Veganer. Ihr müsst doch auf Biegen und Brechen alles nachmachen. Ich dachte immer, ihr wollt‘s kein Fleisch essen und dann nennt ihr es so.“

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