Ihr habt mir mein Kind gestohlen (2)

Meine Babies!

Ihr lagt neben mir und ich konnte nichts für Euch tun, weder für Euch, noch für mich. „Mama, warum liegst Du einfach nur da und baust uns kein Nest? Warum spielst Du nicht mit uns? Hast Du uns nicht lieb?“, schient ihr zu fragen. Aber es ist, weil ich nicht anders konnte. Doch mein Martyrium begann nicht erst mit Eurer Geburt, sondern bereits lange Zeit davor. Ich wurde auserkoren, Babies zu bekommen. Alle anderen werden nach 6 Monaten Leidenszeit geschlachtet, aber ich durfte länger leben. Was für eine Farce!

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Unbetäubt

Es gibt kein Entrinnen, für sie nicht und auch nicht für all die anderen, hunderte ihrer Gefährt*innen. Von Anfang an hatte sie keine Chance, sie, und all die anderen, denn sie war als Schlachtvieh geboren worden. Es war beschlossen. Für sie wurde es beschlossen, dass sie auf die Welt kommen sollte, um ermordet zu werden. Zügig gemästet. Es dauert nur wenige Monate. Eine allzu kurze Lebenszeit. Aber deshalb war sie auf die Welt gekommen, um den Menschen zu dienen. Sie war ihr Eigentum, mit dem sie machen durften, was sie wollten. Mehr noch, Gott selbst hatte es sanktioniert, hatte gesagt, dass der Mensch mit den anderen Kreaturen verfahren dürfe, wie er wolle. Zumindest wird es behauptet.

Doch was ist das für ein Gott, der es gutheißt, dass andere Lebewesen grausamst massakriert werden? Was ist das für eine Religion, die es verlangt, dass unseren Mitgeschöpfen unnötige Qualen auferlegt werden?

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Was man alles nicht sagen darf

Ich möchte noch einmal die Definition der von Veganismus der Vegan Society aus dem Jahre 1979 bemühen, nur um von vornherein eindeutig festzulegen, was die Grundlage für die folgenden Aussagen bildet:

„Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht – soweit wie praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.“

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Leidensüberfluss – überflüssiges Leiden (2)

Einmal sind wir auf ein Rehkitz gestoßen. Eigentlich haben es die Hunde gefunden. Es duckte sich ins Gras. Nicht weit neben dem Weg. Die Hunde hielten einen Respektsabstand. Die Mutter war in der Nähe. Ich konnte sie hören. Deshalb gingen wir. Wir ließen das Kitz in Ruhe, so dass sich die Mutter wieder hinkommen konnte. Es wagte. Es ist ungefährlicher für die Mutter, ihr Baby zu verstecken, als es mitzunehmen. Viele denken nach wie vor, das Kleine hat keine Mutter mehr und meinen, es retten zu müssen. Weil wir keine Erfahrung mehr haben, mit der Natur. Aber woher? Es gibt sie nicht mehr, die Natur. Vereinzelte Naturschutzgebiete. Selbst da wird gejagt. Eigentlich gewildert. Jagd ist ein Privileg. Man muss es sich leisten können. Wer jagt, um zu überleben, nicht zu verhungern, ohne eine Befugnis, wildert. Das ist strafbar. Überleben ist strafbar. Trophäen ergattern nicht. Wildern als Mittel nicht zu verhungern. Das ist die eine Seite. Die andere. Wildern, um ganz schnell viel Geld zu verdienen.

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Leidensüberfluss – überflüssiges Leiden (1)

Waldspaziergang. Ein Reh äst in aller Ruhe. Dann ein Geräusch. Es flieht. Rehe sehe ich öfter. Auch Wildschweine. Hasen, die übers Feld hoppeln. Hirsche kreuzen meinen Weg. Gemächlich. Nein, von mir geht keine Gefahr aus. Erst ein einziges Mal hatte ich das Glück einen Fuchs zu sehen. Ganz kurz nur. Dann war er wieder verschwunden. Sie haben Angst. Vor dem Menschen. Vor denen, mit den Gewehren. Aber woher sollen sie wissen, dass ich kein Gewehr habe? Hirsche scheinen es zu wissen. Und Wildschweine. Es gibt Schonzeiten. Zumindest für die Hirsche und Rehe. Nicht für Wildschweine und Füchse. Deshalb sind sie so scheu.

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Tag der Mutter

Muttertag – Tag der Mutter, ihr Ehrentag
Frühstück wird für sie gemacht, wahlweise ans Bett gebracht
Schinkelsemmel, weiches Ei, Kaffee mit Milch
„Wie schön ist es doch, meine Kinder um mich zu haben“, denkt sie,
„Miteinander zu sein, vielleicht machen wir einen Ausflug“.
Und während sie Mutter sein darf,
d.h. mit ihren Kindern sein darf,
denkt sie nicht daran,
dass es Millionen Mütter auf der Welt gibt,
denen genau in diesem Moment das Miteinander
mit ihren Kindern verwehrt wird,
die zum Gebären gezwungen,
niemals Mütter sein dürfen,
wegen Schinkensemmel, weichem Ei und Kaffee mit Milch.

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Tierwohl – Made in Austria

Wer die Bilder und Filme der aktuellsten Aufdeckung des VGT gesehen hat, war entsetzt, zurecht, wie ich meinte. Da sah man Mutterschweine in Kastenständen eingezwängt, sowie in sog. Abferkelboxen. Diese Eisengestelle sind gerade mal so groß, dass das darin gefangene Tier, genügend Platz hat, darin zu stehen. Schon beim Niederlegen berührt es die Nachbarin. Die Tiere sind übersät von offenen Stellen und Geschwüren, teilweise kindskopfgroß. Neben den Mutterschweinen die Ferkel, mit zerschnittenen Gesichtern, resultierend aus dem Kampf um die Zitzen. Degradiert zur Zitzenmaschine, die nicht anders kann, als das Kleine zu zerdrücken, wenn sie sich ein bisschen bewegt. Sie kann nicht ausweichen. Daneben verendende oder bereits verendete Babies, eingepfercht zwischen Scheiße und ihren Geschwistern, natürlich auf Vollspaltenboden. Die Mülltonnen sind voll mit toten Ferkeln. So weit die Ausgangslage. Die Menschen, die es sahen, wurden von einer großen Aufregung befallen. Ich bin nun sehr froh, dass ich Entwarnung geben kann und wir alle unser Entsetzen wieder einpacken können. Nicht die Umstände sind schuld, sondern unsere Ahnungslosigkeit.

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Profit als allumfassende Rechtfertigung

Ich stehe vor einem Stall, natürlich auf einem öffentlichen Feldweg. Die Türen und Fenster sind fest verschlossen, aber die Schreie der Schweine, die in diesem Stall eingepfercht sind, zerschneiden die zarte der Illusion von ländlicher Idylle und lassen einen Scherbenhaufen zurück. Wenn ich mich auch nur einen Schritt vorwärts bewege, den Grund des Bauern betrete, verstoße ich gegen Eigentumsrecht. Eigentum geht über alles. „Die radikalen Tierschützer brechen in Ställe ein, das ist Unrecht“, klingt es in meinen Ohren nach, „Und was Recht ist, muss auch Recht bleiben. Punkt.“ Ja, Punkt, denn in meinem Eigentum und mit meinem Eigentum, darf ich schalten und walten wie ich will. Stimmt das wirklich?

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Normal und extrem

Normal ist es kurz vor Weihnachten einen gefällten Baum ins Haus zu bringen und ihm langsam beim Sterben zuzusehen, während das sog. Fest der Liebe gefeiert wird. Ab dem 06. Januar sieht man dann überall die Baumleichen herumliegen, ausgedient, weggeworfen und das alles für eine paar Tage der Behübschung.

Extrem ist es, sich in der Natur einen Baum zu suchen, den man für die Wildtiere mit etlichen Leckerbissen behängt. Extrem, weil man den Baum leben lässt und die Behübschung nicht nur für sich selbst macht, sondern auch um anderen Gutes zu tun. Aber das extremste ist, dass man den Baum nicht käuflich erwirbt und besitzen will, sondern ihn einfach in Ruhe lässt.

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Das Schwein im Gemeindebau

Frau M. sitzt am Fensterbrett im sechsten Stock in einem Gemeindebau irgendwo am Gürtel in Wien. Sie hat ein blutiges Messer in der Hand.

Die Autos rollen durch die Straßen.
Eine einzige, große Blechlawine.
Eine Lawine, die ab und zu anhält.
Dann rollt sie wieder an.
Träge und gleichgültig.
In den Autos sitzen Menschen.
Geschützt vom Blech um sie.
Dazwischen gehen Menschen.
Sie haben fast alle ein Ziel.
Und wenn nicht, dann tun sie so als ob.
Sie versuchen einander auszuweichen.
Sehen zu Boden.
Jede geht ihrem eigenen Leben nach.
Durchlavieren, zwischen den anderen.
Als wären sie Hindernisse, die es zu umschiffen gilt.
Schöne und Hässliche,
Dicke und Dünne,
Erfolgreiche und Erfolglose.
Von hier oben ist es egal.
Sie sehen alle aus wie Ameisen.
Kleine, hektische Ameisen.
Geschäftig und getrieben und verängstigt.
So verbringen sie ihr Leben, ihre Zeit.
Und sehen nicht wie sinnlos es ist.
In der Früh schließen sie die Türe und gehen hinaus.
Um irgendwo anders gehen sie hinein.
Sie schließen eine Türe.
Türen werden sorgfältig geschlossen.
Damit niemand sieht was dahinter passiert.

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