Wir lieben Pandemien

Heute vor genau einem Jahr wurde in Österreich der erste Lockdown, nach einer allgemeinen Ankündigung und ungezählten Zusammentreffen, die durchaus mitgeholfen haben, das Virus noch schnell tatkräftig zu verbreiten, in die Tat umgesetzt. Wer sich erinnert, alle Geschäfte schlossen, außer denen, die die Grundbedürfnisse befriedigen sollten, die Gastronomie, die Schulen und die Menschen, für die es möglich war, arbeiteten im Home-Office. Wenn man einkaufen ging, dann nur mit Maske, Desinfektionsmittel und dem Babyelefanten. Wegen dem Abstand war es, wer sich erinnert. Geradezu gespenstisch war es auf den Straßen. Damals wurden die Beschränkungen sehr ernst genommen und sicherheitshalber Klopapier und Nudeln gehortet. Warum Klopapier, das wusste zwar niemand, aber nachdem einmal jemand damit angefangen hatte und einige es nachmachten, mussten es irgendwann alle tun. Nach dem Motto, „Ich kenne den Grund zwar nicht, aber wenn die anderen es machen, dann wird es einen geben und bis ich ihn entdecke, ist eventuell für mich nichts mehr übrig.“ Denn als erst kommt die Selbstversorgung und dann die Solidarität.

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Fehlgeleitete Empörung

Millionen von Nerzen werden nun in Dänemark und in den Niederlanden vergast. Der Grund ist eine Variante des Covid-19-Virus, das bei den Tieren entdeckt wurde und auf den Menschen übertragbar ist. Sensationsberichte bleiben nicht aus und zieren die Titelblätter etlicher Zeitungen. Die Menschen lesen es und finden es schrecklich. „Was da nur mit den armen Tieren gemacht wird“, höre ich da, „Das ist doch so grausam die nun alle zu töten.“ Gerade dass nicht dazugesagt wird, wo sie doch so ein schönes Leben hatten. Ein sinnloser Tod.

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