Ich gehe mit meinem Schwein spazieren

Ich habe zwei Schweine. Früher hatte ich Hunde. Als ich keinen mehr hatte und begann darüber nachzudenken, welchen ich denn retten könnte, von all den Millionen auf der Welt, kam ein Freund zu mir und meinte, ich könnte zwei Tieren, die niemand mehr brauchen kann, vor dem Schlachter retten. Das tat ich dann auch. Ohne zu fragen, was es denn für Tiere wären, was eher unvorsichtig von mir war, denn es hätten auch zwei riesige Bullen sein können, doch es stellte sich heraus, dass es zwei Schweine waren. „Das geht“, dachte ich mir. Deshalb zogen sie bei mir ein. Mit großer Begeisterung untersuchten sie den gesamten Garten, der von nun an ihr Refugium sein würde. Noch nie zuvor hatten sie herumtollen, spielen, wühlen und sich des Lebens freuen können, denn sie hatten bis zu ihrem Umzug in meinen Garten in einem geschlossenen Stall mit Betonspaltenboden über ihren eigenen Exkrementen, eingepfercht zwischen vielen Artgenoss*innen ihr Dasein gefristet.

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Artgerecht ist nur die Freiheit (2)

„Artgerecht ist nur die Freiheit“ ist möglich, aber es müssen bestimmte Grundbedingungen gegeben sein. Zunächst ist es notwendig, dass Rassen, egal welcher Spezies, nicht mehr weitergezüchtet werden, die jene Merkmale aufweisen, die von vornherein nur ein kurzes Leben zulassen. Deshalb ist es nicht schade, wenn diese menschengemachten Rassen aussterben, so dass nur mehr jene bleiben, die sich in der Natur zurechtfinden können. Also auch keine sog. Haustiere, die auf Gedeih und Verderb auf das Wohlwollen des Menschen angewiesen sind. Denn wenn es nur darum geht, unsere emotionalen Defizite auszugleichen, wäre es wohl an der Zeit an diesen zu arbeiten und nicht andere Lebewesen dafür zu missbrauchen.

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