Laras Weihnachten unter Fleischessern (2)

Lara hatte von Anfang an ein mulmiges Gefühl gehabt. Nicht, dass es einen besonderen Anlass gab. Eigentlich hätte sie sich freuen müssen. Ihre Mutter hatte sie in den letzten Tagen vor dem Heiligen Abend immer wieder gefragt, was man denn so esse als Veganerin und was sie kochen könnte. Lara hatte ihr mehr als bereitwillig Auskunft gegeben. Je mehr sie sich ausgetauscht hatten, desto mehr hatte Lara den Eindruck, dass ihre Mutter sogar Spaß daran gefunden hatte. Doch ihre Mutter, die ihren Namen Sophie, die Weisheit, zurecht trug, war immer schon ein sehr offener, unkonventioneller und experimentierfreudiger Mensch gewesen. Mehr Sorgen hatte sie sich wegen ihres Vaters gemacht, der sehr konservativ war und große Stücke auf Traditionen hielt. Ebenso wie ihre Brüder, die ihrem Vater in sehr Vielem nacheiferten. Dementsprechend zaghaft hatte sie die Wohnung ihrer Eltern betreten.

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Weltgalgotag

Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkennt rd. 400 Rassen. Dennoch gibt es einen Weltgalgotag am 01. Februar. Galgos sind wunderbare Hunde, wie viele andere auch. Vor allem die Geschwindigkeit von 60 km/h, die sie erreichen können, ist beeindruckend, neben ihrem sanften Wesen und dem eleganten Erscheinungsbild. Ginge es allerdings nur danach, müsste es wohl für jeden einzelnen Hund einen Welttag geben, denn jeder zeichnet sich durch individuelle, besondere Eigenschaften aus. Warum es gerade einen Weltgalgotag gibt hat einen traurigen Hintergrund. Nicht von ungefähr wurde der 01. Februar gewählt, denn an diesem Tag endet die Jagdsaison in Spanien und läutet das Leid für tausende dieser Hunde ein.

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Nieder mit der Niederwildjagd!

Ein wunderschöner Herbsttag. Ich gehe spazieren, zwischen Feldern im Sonnenschein, als mir auffällt, dass viele Autos parken, in erster Linie Jeeps. Als ich an ihnen vorbei bin, entdecke ich die Besitzer*innen. In orangen Jacken stehen sie entlang eines Feldes. Ich möchte mir das näher ansehen, doch ein Schild hindert mich am Weitergehen. „Treibjagd. Durchgang verboten“ ist darauf zu lesen. Deshalb bleibe ich einfach stehen und beobachte. Da fangen die Treiber*innen an, durch das Feld zu gehen. Sie machen Lärm, damit sie das Wild den Jäger*innen vor die Flinte treiben. Die Tiere geraten in Panik. Sie versuchen zu fliehen, doch es gibt kaum ein Entrinnen. Sie sind umstellt. Gleichheit der Mittel sieht anders aus.

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Kein Fleisch aus dem Ausland

„Wir wollen kein Fleisch aus dem Ausland in unseren Supermarktregalen sehen!“ lautet der Tenor, „Auch nicht beim Metzger des Vertrauens, von dem man sowieso weiß, dass das Tier glücklich gelebt hat, davor, bevor es verwurstet und filetiert wurde. Weiß man alles. Den Tieren in Österreich geht es gut, sehr gut sogar. Schließlich gehören wir zu den Ländern mit den höchsten Tierwohlstandards auf der Welt, so wie es Frau Ministerin Köstinger, ihres Zeichens Landwirtschaftsministerin in unserem schönen Land, verlauten ließ. Und die muss es ja wissen. Also stimmt es auch. Denn Politiker*innen lügen nie.

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Misdirected Indignation

Millions of minks are now gassed in Denmark and the Netherlands. The reason is a variant of the Covid-19 virus, which was discovered in animals and can be transmitted to humans. Sensational reports are inevitable and adorn the front pages of several newspapers. People read it and find it terrible. “What is being done there with the poor animals”, I hear, “It’s so cruel to kill them all now.” Precisely that it is not said when they had such a beautiful life. A pointless death.

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Wo bist Du?

Wo bist Du?

Wenn sie ihr das Baby direkt nach der Geburt
von der Brust wegreißen,
damit ihr ihre Milch trinken könnt
und sie den Schmerz einer Mutter aus sich herausschreit,
stundenlang, tagelang.

Seid ihr so blind vor Gier,
so taub vor Eigennutz.

Wo bist Du?

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