Was man alles nicht sagen darf

Ich möchte noch einmal die Definition der von Veganismus der Vegan Society aus dem Jahre 1979 bemühen, nur um von vornherein eindeutig festzulegen, was die Grundlage für die folgenden Aussagen bildet:

„Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht – soweit wie praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.“

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Artgerecht ist nur die Freiheit (1)

Meine Hündin kuschelt sich zu mir. Sie zittert am ganzen Körper und hechelt, weil ihr das nahende Gewitter Angst macht. Ich streichle sie und rede ihr beruhigend zu. Wirklich entspannen kann sie erst, wenn das Gewitter vorbei ist. Nein, sie wäre dort draußen in der Wildnis, nicht überlebensfähig und dennoch bin ich überzeugt davon, dass nur die Freiheit artgerecht ist.

„Wenn man das ernst nimmt“, so wird mir gesagt, „dann müssten wir jetzt noch alle Tiere, Haus-, Nutz-, Gebrauchstiere, vor die Türe setzen und wir dürften uns nicht mehr um sie kümmern. Ziemlich perverse Einstellung. Du würdest sie also beinhart zugrunde gehen lassen?“

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Das Recht, die Welt zu zerstören

„Ich lasse mir mein Recht auf Fleisch nicht nehmen!“, sagt er, die Arme vor der Brust verschränkt und vor Wut schnaubend, als hätte ich das je vorgehabt, ihm irgendetwas zu nehmen. Alles was ich tat, und dessen bekenne ich mich unumwunden schuldig, war, ihm die Nachteile einer Lebensweise, bei der tierliche Produkte konsumiert werden, darzulegen.

„Ich lasse mir mein Recht auf Fleisch nicht nehmen!“, ist die Erwiderung, ein zweites Mal, nun präzisiert durch den Zusatz, „Von Euch faschistischen Veganern schon gar nicht. Ihr glaubts wirklich, ihr habts die Weisheit mit dem Löffel gefressen und jetzt wollt ihr sie jedem reinstopfen. Aber bei mir funktioniert das nicht.“ Dass da nichts zu machen ist, ist mir klar. Ich sehe ihn an und muss unwillkürlich an ein kleines Kind denken, dass sich in seinen Schmollwinkel zurückgezogen hat und partout nicht zuhören will, geschweige denn verstehen.

„Schließlich schreibe ich Euch auch nicht vor, was ihr zu tun habt“, fügt er noch hinzu, „Ihr könnt von mir aus euren Fraß essen, aber ich esse, was ich will. Jeder soll so leben, wie er will und die anderen respektieren.“ Damit dreht er sich um und geht. Hätte es Sinn gemacht, etwas zu sagen, irgendetwas, was angekommen wäre?

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Vegan ist Körperverletzung: Fleischersatz

„Stellen Sie sich vor, was mir letztens passiert ist!“, spricht mich eine Dame am Infostand ganz unverhohlen an, „Da geh ich in den Supermarkt und brauche was, was schnell geht, weil ich nicht viel Zeit hatte zum Kochen und da war dieses vorpanierte Schnitzel. Na viel ist nicht drinnen, dachte ich noch, aber für eine Mahlzeit reicht’s und ein Salatblatt hatte ich auch noch zu Hause, Sie wissen schon, wegen den Vitaminen. Also kauf ich das und hau‘s mir zu Hause in die Pfanne. Während das so vor sich hin brutzelt, schau ich mir die Verpackung genauer an, wollte nur wissen, was da für ein Fleisch drinnen ist. Und was entdecke ich? Da ist weder Kalb- noch Rindfleisch drinnen, sondern irgend so ein Sojazeug. Und schuld seid‘s ihr Veganer. Ihr müsst doch auf Biegen und Brechen alles nachmachen. Ich dachte immer, ihr wollt‘s kein Fleisch essen und dann nennt ihr es so.“

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