Ich habe es gesehen

Lange Jahre, ja Jahrzehnte über lebte ich in seliger Unwissenheit. Natürlich hörte ich ab und an davon, dass es unseren Mitgeschöpfen in der Tierausbeutungsindustrie nicht so gut ginge. „Das wird schon nicht so schlimm sein“, brachte ich es fertig, mir einzureden. Einen erheblichen Beitrag dazu lieferte die Werbung. Da sah und sieht man glückliche Kühe, die auf der Weide herumlaufen, allerliebste Schweinchen, die im Boden wühlen oder aufgeweckte Hühner, die im Boden scharren. Irgendwie wurde auch vermittelt, dass das AMA-Gütesiegel für Tierwohl stand, auch wenn die AMA das abstreitet. Das war eine reine Ausgeburt meiner Phantasie. Schade eigentlich. Aber weil es so oft gezeigt wurde, dachte ich mir, das ist die Realität und allen geht es so wie auf den hübschen Bildchen oder in den anheimelnden Videos. Bis auf die paar Ausnahmen, die es eben auch gibt. Aber genauso, wie manche sog. Haustiere schlecht gehalten werden, so geschieht es gelegentlich bei den sog. Nutztieren. Es ist natürlich auch ein gewisser Schutzmechanismus, nicht sehen zu wollen.

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Die Nacktaffen kommen

„Hast Du es gesehen? Hast Du es gehört“, schallt es dem Silberrücken von allen Seiten entgegen, der es sich unter einem Baum gemütlich gemacht hat und ungerührt an schmackhaften Blättern kaut.
„Ja, ich habe es gesehen. Ja, ich habe es gehört“, bemüßigt er sich endlich zu reagieren, „Sie sind ja nicht zu übersehen. Nicht zu überhören. Wo sie einfallen, fallen sie in Scharen ein. Es sind so viele. Und sie machen einen solchen Lärm. Sie wollen gesehen werden. Gehört werden. Sie sind so aufdringlich und penetrant und von sich selbst eingenommen und nehmen sich so ungeheuer wichtig.“
„Sie werden alles niedermachen“, lässt sich eine Stimme vernehmen, „Alles, alles.“
„Sie werden alles niedermachen“, bestätigt der mächtige Gorilla träge, „Und dann bauen sie Futter an und stellen Zäune auf und dann werden sie einige von uns fangen und einsperren. Dann nehmen sie ihnen alles weg. Die Milch und die Eier und die Babies. Dann töten sie sie. Die Kadaver fressen sie. Niemand wird entkommen. Sie meinen, es gehört ihnen, wie sie es sich nehmen, das Land, die Bäume und die Tiere.“
„Was heißt gehören?“, fragt jemand aus der Menge.

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Das Weltgericht der Tiere

Was wäre, wenn die nichtmenschlichen Tiere über die menschlichen zu Gericht sitzen? Wie wäre ihre Conclusio über jene? Hört es Euch an.

Hier könnt Ihr die Episode „Das Weltgericht der Tiere“ hören.

Holocaust-Vergleich?

In der Tierrechtsbewegung wird die Massenvernichtung von fühlenden Lebewesen immer wieder mit den Schrecken des Holocaust verglichen. Ich setze mich mit dem Thema in dieser Episode auseinander und werde aufzeigen, warum dieser Vergleich nicht nur unpassend, sondern völlig verfehlt ist.

Hier kannst Du die Episode „Holocaust-Vergleich“ hören.

30 Jahre – Im Namen der Tiere

Es ist ein schaurig kalter Tag. Das hält die Aktivist*innen des VGT (Verein gegen Tierfabriken) nicht davon ab, sich vor einer Tierausnutzungsanlage zu versammeln, Transparente zu halten, Bilder von den Schrecknissen zu zeigen und eine Untersuchung einzufordern. Denn ganz gleich ob das Wetter schön ist oder nicht, die Tiere leiden in der Industrie bei jedem Wetter, zu jeder Tages- und Nachtzeit, 24 Stunden am Tag, an jedem einzelnen Tag es Jahres und sogar noch, wenn sie zu ihrer Hinrichtung transportiert werden. Ein lebenslanges Leiden, gegen das sich der VGT seit 30 Jahren stark macht und die Erfolge, die er erzielen konnte, sprechen gleichermaßen für seine erfolgreiche Arbeit, wie die Anzahl der Gegner*innen.

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Artgerecht ist nur die Freiheit

Es gibt kein Lebewesen, das sich in Gefangenschaft oder Unterdrückung gut entwickeln kann. Deshalb ist das Endziel die Befreiung aller Lebewesen aus der Herrschaft. Allerdings kann das nicht von heute auf morgen geschehen, da die meisten unserer mitlebenden nicht-menschlichen Tiere derart degeneriert sind, dass sie die Freiheit nicht überleben. Deshalb ist es notwendig, all jene Lebewesen nicht mehr weiter zu züchten, die auf den Menschan angewiesen sind, also letztlich nicht artgerecht sind.

Hier kannst Du die Episode „Artgerecht ist nur die Freiheit“ hören.

Der Pandabär, der hat es schwer (2)

Die Agentin hielt Ausschau. Endlich meinte sie, sie könnte auch ein paar Schritte aufrecht gehen, als sie einen Lärm vernahm, der ohne Zweifel von schweren Baufahrzeugen verursacht wurde. Wieder wurde ein Teil des Waldes gerodet, denn es war noch mehr Lebensraum notwendig, mehr Anbaufläche, mehr Platz für Vergnügungs- und Einkaufszentren, immer mehr, von Menschen beansprucht. „Wenn nun Stück für Stück der Wald gerodet wird“, dachte sie, „wird der Platz, der den Wildtieren zur Verfügung steht, immer kleiner. Sie kommen näher zusammen. Einzelne Individuen begegnen sich und die Übertragung von Krankheitserregern wird erleichtert. Wenn genug Platz vorhanden ist und ein Tier erkrankt, dann bleibt es für sich und stirbt. Der Erreger geht mit ihm unter.“

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Tiere retten ist nicht genug (5)

Was Tatjana sich vorgenommen hatte, setzte sie auch in die Tat um. Es war so leicht, viel leichter als sie dachte, sich ohne tierliche Produkte zu ernähren. Vor allem die vegane Community unterstützte sie sehr. In erster Linie, wenn sie sich mit Nicht-Veganer*innen auseinandersetzte, denn das war eine der merkwürdigsten Erfahrungen, die sich machen musste. Sobald jemand erfuhr, dass sie sich tierleidfrei ernährte, wurde sie verhöhnt, im besten Fall, zumeist aber beschimpft und heruntergemacht. Sie verstand die Welt nicht mehr. Sie versuchte, so weit es ihr möglich war, Tierleid zu vermeiden und damit letztlich auch Menschenleid, und dafür wurde sie angefeindet? Sie tat ja niemandem was zuleide, ganz im Gegenteil?

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Wir lieben alle – Lieben wir alle?

Ich hatte beschlossen den Valentinstag auf einem sog. Lebenshof zu verbringen, einem Ort, an dem Lebewesen, die aus dem Blickwinkel der Industrie keinen Nutzen mehr erbrachten, glücklich leben dürfen, einem Ort des Friedens und der gelebten Liebe, die an diesem Tag im Mittelpunkt steht. Natürlich, wer die Liebe lebt, lebt sie an jedem Tag, aber es ist wohl ein Anlass, ein wenig darüber zur reflektieren. Was ist Liebe? Besteht sie nicht in der Zugewandtheit zu anderen, die uns dazu bringt, aufeinander acht zu geben, uns zu unterstützen, füreinander da zu sein und uns frei zu geben, einfach zu leben?

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Was man alles nicht sagen darf

Ich möchte noch einmal die Definition der von Veganismus der Vegan Society aus dem Jahre 1979 bemühen, nur um von vornherein eindeutig festzulegen, was die Grundlage für die folgenden Aussagen bildet:

„Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht – soweit wie praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.“

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