Vegan heißt Ja zum Leben sagen (4)

Liv begnügte sich also mit den Beilagen. Verstohlen sah sie zu den Tellern der anderen, die unverdrossen aßen. Zugegebenermaßen so, wie es Liv am Tag zuvor auch noch getan hatte, doch wenn sie nun das Fleisch sah, so verwandelte es sich vor ihren Augen in ein Lebewesen, das nicht sterben wollte, hörte die Schreie des Schmerzes und der Verlassenheit, der Angst und des Terrors, sah die schreckgeweiteten Augen vor sich. Lebenslänglich eingesperrt, völlig unschuldig. Und vor allem, warum sahen es die anderen nicht? War sie die einzige, die sehen konnte? Es war ihr, als wäre sie die einzige, die erwacht war und alle anderen schliefen weiter, einen Schlaf, in dem das Leid und das Elend und der Terror ignoriert werden und das sie Leben nennen.

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Vegan heißt ja zum Leben sagen (3)

Die Mutter sah ihre Tochter streng an: „Du willst mir also sagen, dass ich mich stundenlang am Herd abgemüht habe und dann kommst Du daher und isst das nicht? Ist das Deine Art mir Deinen Respekt zu zollen?“
„Und was ist mit Deinem Respekt gegenüber dem Leben?“, meinte Liv, „Hätte ich das vorher gewusst, ich hätte schon längst damit aufgehört. Dann hättest Du auch nicht für mich kochen brauchen.“

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