Die Mottenfalle oder die nicht Perfekte Welt

Antwort auf den offenen Brief eines bekennenden Fleischfressers an die heuchlerischen Veganer*innen

Sehr geehrter Herr Karnivore!

Vielen Dank für Ihr sehr erhellendes Schreiben. Es befruchtet dem interkulturellen Diskurs zwischen Karnivoren und Veganer*innen, wenn man weiß, wie der andere denkt und vor allem, wie er argumentiert. Weiters geht daraus hervor, dass nach wie vor sehr viel Unwissen oder Nicht-Wissen-wollen herrscht, ja das Unwissen oder Nicht-Wissen-wollen das Wissen bei Weitem übersteigt. Das erste grobe Missverständnis, das den gegenseitigen Umgang vehement erschwert, ist der Glaube daran, dass Veganer*innen so etwas wie einen Moralkodex haben, den sie alle, samt und sonders zu befolgen haben, einen von außen vorgegebenen, wie wir es z.B. von Religionsgemeinschaften oder diktatorisch geführten Parteien kennen. Interessant, wie da die eigenen Vorerfahrungen anderen wieder einmal übergestülpt werden, vor allem das hierarchische, paternalistische Denken, dass es unter Veganer*innen nicht gibt und gar nicht geben kann. Und das aus einem sehr wichtigen Grund, dem jeden, der noch unvertraut ist, ins Stammbuch geschrieben sei.

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