Leidensüberfluss – überflüssiges Leiden (3)

Waldspaziergang. Am Ende des Waldes sind Schweine, die auf einer Weide gehalten werden. Ein ungemein seltener Anblick. Gezählte 15 Stück von ca. 1.500 Weideschweinen in Österreich. Wir bringen ihnen Leckerbissen mit. Freudig kommen sie angelaufen, freuen sich, nicht nur über das Futter, sondern auch die Aufmerksamkeit. Lebensfreude. Jetzt, da wir da sind. Dann geht es weiter zur anderen Weide.

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Gehts was hackeln!

„Geht’s was hackeln!“ oder „Die haben ihr Lebtag noch keinen Tag gearbeitet!“, solche und ähnliche Sprüche höre ich bei jeder Demo oder Kundgebung. Abgesehen davon, dass niemand von jenen, die sich aufplustern, vielleicht lässig im Kaffeehaus sitzen oder einen netten Einkaufs-Tag unternehmen, weiß, was wer von uns macht, ist es scheinbar eine ausgemachte Sache, dass man dieser Aufforderung nicht nachkommen muss, wenn man Kaffee trinkt oder einkauft. Sie wissen nämlich von sich selbst, dass sie sich bei diesen Tätigkeiten von einer anstrengenden Arbeitswoche erholen und vor allem, die Wirtschaft unterstützen. Arbeiten und konsumieren sind die Grundpfeiler unseres kapitalistischen Systems. Wer zuwiderhandelt, bei einer Demo gar die armen, verschüchterten Konsument*innen davon abhält ihrem wohlverdienten Ausgabewahn zu frönen, kann ja selbst nichts hackeln.

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Die Schweinsbratenfresser

Der Schweinsbraten ist eines der Lieblingsgerichte der/des gelernten Österreicher*in. Man bekommt ihn in jedem Wirtshaus und von der Festtagstafel im trauten Heim ist er auch nicht mehr wegzudenken. Ein Volk der Fleischfresser ist ein Volk der Weltvernichter. So einfach ist es. Wegen unserer Fleischsucht müssen immer noch mehr als 800 Millionen Menschen auf der Welt hungern. Würde man ihnen Soja, Mais und Getreide einfach lassen, statt sie ihnen vom Teller zu klauen, um diese wertvollen Kalorien durch die Tiere zu schleusen, könnten wir nicht nur alle satt machen, sondern noch viel mehr Menschen ernähren, aber nein, wir stehlen was wir kriegen. Auch den Regenwald, dem für die Futtermittel der Garaus gemacht wird und weil wir schon dabei sind, lassen wir sie auch gleich verdursten, weil das Wasser ebenso gebraucht und verunreinigt wird – für unseren Schweinsbraten, aber auch das Steak oder die Hühnerbrust. Auch den Klimawandel bekommen die Ärmsten der Armen als erste zu spüren, der zu einem Großteil auf die Intensivtierhaltung zurückzuführen ist. Aber was interessiert schon die Natur, die Artenvielfalt oder die fernen Länder, so lange wir uns krank, fett und offenbar dumm fressen können. Denn eine vegane Welt wäre eine ohne Pandemien ohne Hunger, mit ausreichend Anbaufläche, regenerierten Meeren, frischem Wasser und gesunden Menschen. All das ist bekannt und es ist nachvollziehbar, dass man es schon nicht mehr hören will. Dennoch macht der Großteil der Menschen so weiter wie bisher und lässt sich den Schweinsbraten schmecken und das Steak und das Hühnerfilet.

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